Börsenlexikon
Ein Börsenauftrag ist die Anweisung eines Anlegers an einen Broker oder eine Bank, ein Wertpapier zu festgelegten Bedingungen zu kaufen oder zu verkaufen.
Der Börsenauftrag bildet die Grundlage für alle Wertpapiergeschäfte. Der Anleger erteilt den Auftrag mit genauen Angaben: welches Wertpapier (identifiziert durch die ISIN), in welcher Menge, zu welchem Preis oder unter welchen Bedingungen, und ob es sich um einen Kauf oder Verkauf handelt. Der Broker leitet den Auftrag dann an die entsprechende Börse oder einen Handelsplatz weiter, wo er mit Angeboten anderer Marktteilnehmer abgeglichen wird.
Es gibt verschiedene Auftragstypen, die unterschiedliche Grade von Kontrolle bieten. Ein Limitauftrag wird nur zu einem vom Anleger festgelegten Höchstpreis (beim Kauf) oder Mindestpreis (beim Verkauf) ausgeführt oder gar nicht. Ein Anleger könnte beispielsweise den Auftrag erteilen: „Kaufe 100 Aktien der Beispielgesellschaft zu maximal 50 Euro pro Aktie." Wird dieser Preis nicht erreicht, bleibt der Auftrag unausgeführt. Ein Marktauftrag hingegen wird sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt, ohne Preisbegrenzung – der Anleger akzeptiert den momentanen Kurs.
Weitere wichtige Bedingungen sind die Gültigkeitsdauer und spezielle Ausführungsoptionen. Ein Auftrag kann auf den aktuellen Handelstag begrenzt sein (Tagesauftrag) oder bis zu seiner manuellen Stornierung gültig bleiben (Dauerauftrag). Mit einer Stop-Loss-Order kann der Anleger automatisch verkaufen lassen, wenn der Kurs unter einen bestimmten Punkt fällt – ein Schutzmechanismus gegen größere Verluste.
Für Privatanleger ist das Verständnis von Börsenaufträgen entscheidend, weil die richtige Auftragsgestaltung über Ausführungsqualität und Kosten entscheidet. Ein Limitauftrag schützt vor ungünstigen Preisen, kann aber auch dazu führen, dass eine gewünschte Position nicht zustande kommt. Ein Marktauftrag garantiert die Ausführung, birgt aber das Risiko, zu einem schlechteren Preis als erwartet gefüllt zu werden – besonders bei illiquiden Wertpapieren.
Die Gebühren für Börsenaufträge unterscheiden sich je nach Broker und Auftragsvolumen. Manche Broker berechnen eine Provision pro Auftrag, andere nutzen ein Gebührenmodell basierend auf dem Transaktionsvolumen oder bieten Flatrates an.
Verwandte Konzepte sind die Orderbearbeitung, die technische Abwicklung durch den Broker, das Orderbuch, das alle aktuellen Kauf- und Verkaufsangebote an einer Börse zeigt, und die Ausführungsrichtlinie, die festlegt, wie Broker Aufträge im besten Interesse des Kunden umsetzen müssen.

