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Börsenlexikon

Ein Börsencrash ist ein plötzlicher, massiver Kursverfall an Aktienmärkten innerhalb von Stunden, Tagen oder wenigen Wochen, bei dem Indizes typischerweise um 20 Prozent oder mehr fallen.

Funktionsweise und Auslöser

Ein Börsencrash entsteht durch das Zusammenspiel von Panikverkäufen, Margin Calls und selbstverstärkenden Mechanismen. Wenn Kurse schnell fallen, werden Anleger, die Wertpapiere auf Kredit gekauft haben (mit Margin), automatisch zum Verkauf gezwungen, um ihre Positionen zu besichern. Dies verstärkt den Kursverfall zusätzlich. Gleichzeitig lösen Algorithmen automatische Verkaufsaufträge aus, wenn bestimmte Kursniveaus unterschritten werden.

Auslöser für Crashs sind oft externe Schocks: plötzliche wirtschaftliche Schlechtnachrichten, geopolitische Krisen, Zinssprünge der Zentralbanken oder Vertrauensverluste in einzelne Sektoren oder Länder. Der psychologische Faktor spielt eine zentrale Rolle – die Angst, weitere Verluste zu erleiden, treibt Anleger zu Verkäufen, unabhängig von den wirtschaftlichen Fundamentaldaten.

Relevanz für Privatanleger

Ein Crash gefährdet das Vermögen von Privatanlegern unmittelbar, besonders wenn diese kurz vor oder während des Crashs verkaufen müssen. Ein Anleger, der 50.000 Euro in einen breit gestreuten Aktienindex investiert hat, könnte bei einem 20-prozentigen Crash einen Verlust von 10.000 Euro erleiden – zumindest auf dem Papier. Ist die Anlage langfristig ausgerichtet und der Anleger verkauft nicht, kann sich der Kurs über Jahre hinweg wieder erholen.

Besonders problematisch ist ein Crash für Anleger, die mit Fremdkapital investieren oder kurzfristig Liquidität benötigen. Sie sind gezwungen, in ungünstigen Momenten zu verkaufen und Verluste zu realisieren.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Ein Börsencrash unterscheidet sich von einer Korrektur, die einen Rückgang von 10 bis 20 Prozent darstellt und als normaler Marktbestandteil gilt. Eine Baisse oder Bärenmarkt ist ein längerfristiger Abwärtstrend über Monate oder Jahre, während ein Crash die akute, intensive Phase markiert. Der Margin Call ist nicht das Crash-Phänomen selbst, sondern eine Konsequenz davon – die Aufforderung an Kreditanleger, ihre Sicherheiten aufzustocken oder Positionen zu reduzieren.

Privatanleger können Crash-Risiken durch Diversifikation über Assetklassen, regelmäßige Sparraten (die in Crashphasen günstiger kaufen) und den Verzicht auf Kreditfinanzierung reduzieren.