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Börsenlexikon

Börsennotierung ist die amtliche Zulassung eines Wertpapiers zum Handel an einer Börse, die es Privatanlegern und institutionellen Investoren ermöglicht, das Papier an den Handelsplätzen zu kaufen und zu verkaufen.

Eine Börsennotierung setzt einen formalen Zulassungsprozess voraus. Das Unternehmen oder die emittierende Institution muss bei der zuständigen Börse einen Antrag stellen und umfangreiche Anforderungen erfüllen: Offenlegung von Finanzinformationen, Mindestanforderungen an die Eigenkapitalausstattung, Prospektveröffentlichung und regelmäßige Berichterstattung. Bei Aktien muss etwa eine Mindestanzahl von Papieren im Umlauf sein und ein bestimmter Mindestpreis vorliegen. Nach erfolgreichem Zulassungsverfahren erhält das Wertpapier eine eindeutige Kennnummer (ISIN) und wird in die Handelssysteme der Börse aufgenommen.

Für Privatanleger ist die Börsennotierung ein Qualitätsmerkmal und Schutzinstrument zugleich. Notierte Wertpapiere unterliegen strengeren Transparenzanforderungen als nicht-notierte Papiere. Anleger können sich auf standardisierte Informationen verlassen und haben Gewissheit, dass das Unternehmen regelmäßig Jahresberichte und Zwischenberichte veröffentlicht. Zudem bietet die Börsennotierung Liquidität: Ein Anleger kann sein Wertpapier während der Handelszeiten verkaufen, ohne lange nach einem Käufer suchen zu müssen. Der Kurs wird durch Angebot und Nachfrage kontinuierlich ermittelt.

Die Börsennotierung ist nicht statisch. Unternehmen können sich auch wieder von der Börse abmelden (Delisting), wenn sie die Anforderungen nicht mehr erfüllen oder wenn die Geschäftsleitung einen Rückzug beschließt. Ebenso können Wertpapiere zwischen verschiedenen Marktsegmenten wechseln – etwa vom Hauptmarkt in ein Segment mit reduzierten Anforderungen.

Eng verwandt mit der Börsennotierung sind die Begriffe Listing, der die Aufnahme in ein Handelsregister beschreibt, und IPO (Initial Public Offering), das die erstmalige Platzierung von Aktien eines Unternehmens an der Börse bezeichnet. Auch der Freiverkehr ist ein wichtiger Vergleichsbegriff: Hier werden Wertpapiere ohne formale Zulassung gehandelt, was weniger Transparenzanforderungen bedeutet, aber auch mit höheren Risiken für Anleger verbunden ist.