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Börsenlexikon

Ein Börsenplatz ist ein physischer oder elektronischer Marktplatz, an dem Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds zwischen Käufern und Verkäufern gehandelt werden und an dem die Kurse durch Angebot und Nachfrage ermittelt werden.

Börsenplätze funktionieren nach dem Prinzip der Preisbildung durch Marktmechanismen. Angebot und Nachfrage treffen aufeinander, und der Kurs eines Wertpapiers ergibt sich aus dem Punkt, an dem die meisten Transaktionen zustande kommen. Ein Privatanleger, der beispielsweise 100 Aktien einer Gesellschaft kaufen möchte, gibt einen Kaufauftrag ab. Dieser wird mit vorhandenen Verkaufsaufträgen anderer Marktteilnehmer abgeglichen. Stimmen Preis und Menge überein, wird die Order ausgeführt.

Für Privatanleger ist die Wahl des Börsenplatzes relevant, weil sich Handelsvolumina, Liquidität und Gebührenstrukturen zwischen verschiedenen Plätzen unterscheiden. An großen Börsenplätzen mit hohem Handelsvolumen lassen sich Positionen in der Regel schneller und zu engeren Geld-Brief-Spannen (der Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs) ausführen. Ein Anleger, der 1.000 Euro in eine Standardaktie investiert, zahlt an einem liquiden Börsenplatz möglicherweise 0,05 Prozent Geld-Brief-Spanne, während diese an einem kleineren Platz 0,20 Prozent betragen kann – ein Unterschied von 1,50 Euro bei dieser Beispielinvestition.

Börsenplätze unterliegen staatlicher Aufsicht und müssen strenge Transparenz- und Zulassungsanforderungen erfüllen. Dies schützt Anleger vor Marktmanipulation und Betrug. Jeder Börsenplatz hat eigene Handelszeiten und Handelsregeln. Manche spezialisieren sich auf bestimmte Wertpapiertypen oder Emittenten.

Eng verwandte Begriffe sind der Handel als die Transaktion selbst, der Makler oder die Handelsplattform, die als technische Infrastruktur den Börsenplatz betreibt, sowie die Liquidität eines Wertpapiers, die angibt, wie leicht sich eine Position an einem Börsenplatz verkaufen lässt. Die Geld-Brief-Spanne beschreibt konkret die Kosten, die durch die Marktmechanik entstehen.

Privatanleger greifen typischerweise über einen Broker oder eine Bank auf einen Börsenplatz zu, die als Vermittler fungieren und Orders entgegennehmen. Die konkrete Ausführung erfolgt dann elektronisch auf dem jeweiligen Börsenplatz.