Börsenlexikon
Baby Bonds sind Unternehmensanleihen mit einem Nennwert zwischen 25 und 1.000 US-Dollar, die speziell für Privatanleger konzipiert sind und damit eine niedrigere Einstiegshürde als klassische Anleihen bieten.
Klassische Unternehmensanleihen werden oft mit Nennwerten von 1.000 oder 5.000 US-Dollar emittiert. Baby Bonds senken diese Schwelle deutlich ab, um auch Privatinvestoren mit kleinerem Kapital den Zugang zu ermöglichen. Der niedrige Nennwert ist das Hauptmerkmal; ansonsten funktionieren Baby Bonds wie reguläre Anleihen: Der Emittent zahlt regelmäßig Zinsen (Kupon) und erstattet am Laufzeitende den Nennwert zurück.
Funktionsweise und Relevanz
Ein Privatanleger mit 5.000 Euro könnte beispielsweise fünf Baby Bonds mit je 1.000 Euro Nennwert kaufen, statt eine große Anleihe mit 10.000 Euro Mindestanlage zu verfehlen. Die Koupons liegen typischerweise zwischen 4 und 8 Prozent, abhängig von Bonität des Emittenten und Marktlage. Bei einer Baby Bond mit 1.000 Euro Nennwert und 6 Prozent Kupon erhält der Anleger jährlich 60 Euro Zinsen.
Baby Bonds eignen sich für Privatanleger, die regelmäßige Einkünfte anstreben und ein geringeres Risiko als bei Aktien eingehen möchten. Sie ermöglichen zugleich eine breitere Streuung: Statt 10.000 Euro in eine einzelne Anleihe zu investieren, lassen sich mehrere Baby Bonds verschiedener Emittenten kaufen.
Risiken und Besonderheiten
Die Liquidität ist oft geringer als bei großvolumigen Anleihen. Der Handel an Börsen erfolgt in der Regel über spezialisierte Plattformen oder Broker. Zudem besteht das Ausfallrisiko des Emittenten: Gerät ein Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten, können Kuponzahlungen ausbleiben oder der Nennwert nicht zurückgezahlt werden. Baby Bonds sind daher nicht risikolos, sondern hängen von der Kreditwürdigkeit des Schuldners ab.
Die Besteuerung der Zinserträge richtet sich nach den geltenden Regelungen für Kapitalerträge im jeweiligen Land. Anleger sollten sich über die aktuelle Besteuerung informieren.
Baby Bonds stehen konzeptionell zwischen klassischen Unternehmensanleihen, die höhere Mindestanlagesummen erfordern, und Rentenfonds, die Anleihenportfolios bündeln. Sie ähneln auch Vorzugsaktien darin, dass beide regelmäßige Zahlungen bieten, unterscheiden sich aber grundlegend: Baby Bonds sind Fremdkapital mit fester Laufzeit, Vorzugsaktien sind Eigenkapital ohne garantiertes Enddatum.

