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Börsenlexikon

Baisse ist eine Phase fallender Kurse an der Börse, in der die Mehrheit der Anleger pessimistisch ist und vermehrt Wertpapiere verkauft.

Der Begriff stammt aus dem Französischen und beschreibt einen anhaltenden Abwärtstrend am Kapitalmarkt. Im Gegensatz zu kurzfristigen Kursrückgängen charakterisiert eine Baisse einen längerfristigen Zeitraum sinkender Notierungen, in dem sich die Marktsentiment grundlegend verschlechtert. Typischerweise wird von einer Baisse gesprochen, wenn ein breiter Marktindex wie ein Aktienindex über mehrere Wochen oder Monate hinweg deutlich an Wert verliert.

Für Privatanleger ist die Baisse relevant, weil sie erhebliche Vermögenseinbußen mit sich bringen kann. Während einer Baisse sinken nicht nur einzelne Aktien, sondern in der Regel auch Aktienfonds und andere risikobehaftete Wertpapiere. Ein Anleger, der beispielsweise 50.000 Euro in einen breit gestreuten Aktienfonds investiert hat, könnte in einer ausgeprägten Baisse einen Wertverlust von 20, 30 oder mehr Prozent erleben — also einen Vermögensrückgang von 10.000 bis 15.000 Euro oder darüber hinaus. Solche Szenarien sind historisch mehrfach vorgekommen.

Ursachen für Baissen sind vielfältig: wirtschaftliche Rezessionen, steigende Zinsen, geopolitische Krisen, Pandemien oder auch nur eine Korrektur nach vorherigen Überbewertungen können Baissen auslösen. Psychologisch verstärkt sich der Abwärtstrend oft durch Angst und Verkaufsdruck — je mehr Anleger verkaufen, desto mehr Andere folgen aus Furcht vor weiteren Verlusten.

Für Privatanleger gibt es verschiedene Reaktionsmöglichkeiten auf eine Baisse. Langfristig orientierte Anleger nutzen fallende Kurse teilweise als Kaufgelegenheit, um Wertpapiere günstiger nachzukaufen. Andere reduzieren ihr Risiko durch Umschichtung in weniger volatile Anlageklassen wie Anleihen oder Geldmarktfonds. Entscheidend ist, die eigene Anlagestrategie und Risikobereitschaft realistisch zu kennen, um in Baissephasen nicht zu emotionalen Fehlentscheidungen getrieben zu werden.

Der Begriff Baisse wird oft im Zusammenhang mit Hausse verwendet, die das Gegenteil beschreibt — eine Phase steigender Kurse und optimistischer Markterwartungen. Verwandte Konzepte sind der Bärmarkt, ein englischsprachiger Begriff für längerfristige Kursrückgänge, sowie die Volatilität, die die Schwankungsintensität von Kursen misst und in Baissephasen typischerweise ansteigt.