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Börsenlexikon

Ein Balkenchart ist eine Darstellungsform für Aktienkurse und andere Finanzwerte, bei der jeder Balken die Preisspanne einer Handelsperiode (Minute, Stunde, Tag, Woche) mit Eröffnungs-, Höchst-, Tiefst- und Schlusskurs abbildet.

Der Balken selbst wird vertikal gezeichnet und reicht vom Tiefstkurs bis zum Höchstkurs der Periode. Am linken Rand des Balkens sitzt ein kurzer horizontaler Strich, der den Eröffnungskurs markiert. Am rechten Rand befindet sich ein weiterer horizontaler Strich für den Schlusskurs. Diese vier Werte zusammen werden auch als OHLC-Daten bezeichnet (Open, High, Low, Close).

Beispiel: Ein Aktienkurs notiert am Morgen bei 50 Euro (Eröffnung), steigt im Tagesverlauf bis 52,50 Euro (Höchst), fällt auf 49,50 Euro (Tiefst) und schließt bei 51 Euro (Schluss). Der Balkenchart zeigt dann einen vertikalen Strich von 49,50 bis 52,50 Euro, mit dem Eröffnungsstrich bei 50 Euro links und dem Schlussstrich bei 51 Euro rechts.

Für Privatanleger bietet der Balkenchart mehrere Vorteile gegenüber anderen Charttypen. Er vermittelt auf einen Blick, wie volatil ein Wert in der betrachteten Periode war – die Länge des Balkens zeigt die Spannweite an. Gleichzeitig lässt sich schnell erkennen, ob der Kurs gestiegen ist (Schluss über Eröffnung) oder gefallen (Schluss unter Eröffnung). Dies macht Balkendiagramme besonders für die technische Analyse attraktiv, wo Anleger Kursmuster und Unterstützungs- oder Widerstandsniveaus identifizieren möchten.

Der Balkenchart wird häufig in derselben Funktion wie der Kerzenchart (Candlestick) verwendet, unterscheidet sich von diesem aber visuell: Kerzendiagramme nutzen farbige Körper (Rechtecke) zwischen Eröffnung und Schluss, während Balkendiagramme nur Striche verwenden. Beide Formate enthalten dieselben Informationen, unterscheiden sich aber in der Lesbarkeit bei verschiedenen Zoomebenen und persönlichen Vorlieben.

Balkendiagramme eignen sich für alle Zeitrahmen – von Minutencharts für Daytrader bis zu Wochencharts für langfristig orientierte Anleger. Sie sind Standardwerkzeuge in professionellen Handelsplattformen und kostenlosen Charting-Tools verfügbar. Wer sich mit Chartanalyse auseinandersetzt, sollte mit Balkendiagrammen ebenso vertraut sein wie mit verwandten Formaten wie dem Punkt- und Figuren-Chart oder dem Linienchart, die jeweils unterschiedliche Aspekte der Kursbewegung betonen.