Börsenlexikon
Eine Bandbreitenoption ist ein Finanzderivat, das dem Käufer das Recht gibt, einen Gewinn zu realisieren, wenn der Kurs des Basiswerts innerhalb einer vordefinierten Bandbreite bleibt, während der Verkäufer die Prämie erhält und bei Kursbewegungen außerhalb dieser Grenzen profitiert.
Funktionsweise
Die Bandbreitenoption definiert zwei Grenzen: eine Obergrenze und eine Untergrenze. Bleibt der Kurs des Basiswerts (Aktie, Index, Rohstoff) während der Laufzeit durchgehend oder am Verfallstag innerhalb dieser Bandbreite, erhält der Optionskäufer einen vorher festgelegten Gewinn oder die Differenz zwischen Kurs und Grenzen. Verlässt der Kurs die Bandbreite nach oben oder unten, verfällt die Option wertlos oder der Gewinn wird begrenzt.
Praktisches Beispiel
Ein Anleger kauft eine Bandbreitenoption auf den DAX mit einer Untergrenze von 17.000 Punkten und einer Obergrenze von 18.000 Punkten. Die Prämie beträgt 150 Euro. Notiert der DAX am Verfallstag bei 17.500 Punkten, liegt er innerhalb der Bandbreite und der Anleger erhält beispielsweise 500 Euro Auszahlung – sein Gewinn beträgt 350 Euro nach Abzug der Prämie. Steigt der DAX auf 18.500 Punkte oder fällt auf 16.500 Punkte, verfällt die Option und der Anleger verliert die gezahlte Prämie von 150 Euro.
Relevanz für Privatanleger
Bandbreitenoptionen sind für Anleger interessant, die von niedriger Volatilität profitieren möchten. Sie zahlen eine niedrigere Prämie als bei klassischen Optionen, weil das Risiko für den Verkäufer begrenzt ist. Gleichzeitig begrenzen sich aber auch die Gewinnchancen des Käufers. Diese Optionstypen eignen sich für Phasen, in denen ein Anleger erwartet, dass ein Kurs stabil bleibt oder nur in engen Grenzen schwankt.
Das Konzept unterscheidet sich von einer klassischen Call- oder Put-Option, bei der theoretisch unbegrenzte Gewinne möglich sind. Verwandt sind auch Collar-Strategien, bei denen ein Anleger durch den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von Optionen eine Bandbreite konstruiert. Ebenfalls ähnlich funktionieren Range-Forward-Kontrakte, die auf Terminmärkten verwendet werden, um Kursschwankungen innerhalb vorgegebener Grenzen abzufedern.
Privatanleger sollten beachten, dass Bandbreitenoptionen komplexe Instrumente sind und ein hohes Risiko bergen – der Totalverlust der Prämie ist möglich. Eine genaue Analyse der Bandbreitengrenzen und der erwarteten Volatilität ist vor dem Kauf erforderlich.

