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Börsenlexikon

Barausgleich ist die Abwicklung von Wertpapiergeschäften durch Zahlung einer Geldausgleichssumme statt durch physische Lieferung oder Rückgabe der Wertpapiere.

Bei einem Barausgleich tauschen die Beteiligten nicht die eigentlich vereinbarten Wertpapiere, sondern nur Geld. Dies geschieht typischerweise bei Derivaten wie Optionen, Futures oder Swaps, kann aber auch bei anderen Finanzinstrumenten vorkommen. Der Barausgleich ermöglicht es, Gewinne und Verluste aus einer Position abzurechnen, ohne dass das zugrunde liegende Wertpapier tatsächlich den Besitzer wechseln muss.

Funktionsweise und praktische Relevanz

Besonders häufig nutzen Privatanleger den Barausgleich bei Optionen. Wird beispielsweise eine Kaufoption (Call) ausgeübt, kann der Verkäufer wählen, ob er die vereinbarten Aktien liefert oder stattdessen die Differenz zwischen dem aktuellen Marktwert und dem Ausübungspreis in bar zahlt. Viele Optionen sind von vornherein so ausgestaltet, dass nur ein Barausgleich möglich ist – etwa bei Indexoptionen, da der Index selbst nicht physisch gekauft oder verkauft werden kann.

Der Barausgleich vereinfacht die Abwicklung erheblich. Er spart Transaktionskosten für die physische Lieferung, beschleunigt die Abrechnung und ist praktisch zwingend, wenn das Underlying (die Bezugsgröße) nicht lieferbar ist. Für Privatanleger bedeutet dies auch, dass sie sich nicht um die Verwaltung physischer Wertpapiere kümmern müssen.

Rechenbeispiel

Ein Anleger kauft eine Kaufoption auf eine Aktie mit einem Ausübungspreis von 50 Euro. Am Verfallstag notiert die Aktie bei 58 Euro. Der innere Wert der Option beträgt 8 Euro pro Aktie. Bei einer Option auf 100 Aktien beträgt die Ausgleichszahlung 800 Euro. Statt dass der Optionsverkäufer 100 Aktien liefert, überweist er dem Käufer diese 800 Euro. Das Ergebnis ist für den Optionskäufer identisch: Er erhält den wirtschaftlichen Gewinn, ohne dass Aktien physisch den Besitzer wechseln.

Verwandte Begriffe

Der Barausgleich steht in enger Beziehung zur physischen Lieferung (Physical Settlement), bei der Wertpapiere tatsächlich ausgetauscht werden. Auch der Begriff Settlement (Abwicklung) ist relevant, da er den gesamten Prozess der Erfüllung eines Geschäfts beschreibt. Darüber hinaus ist das Konzept des Underlying (Basiswert) wichtig, da es definiert, worauf sich der Barausgleich bezieht.