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Börsenlexikon

Belegschaftsaktien sind Aktien eines Unternehmens, die dessen Arbeitnehmer zu vergünstigten Bedingungen oder als Vergütungsbestandteil erhalten.

Das Konzept verfolgt das Ziel, Mitarbeiter am Eigenkapital und damit am wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens zu beteiligen. Statt Belegschaftsaktien nur als Bonus auszuschütten, bieten Unternehmen sie häufig zu reduzierten Preisen an – beispielsweise mit einem Rabatt auf den aktuellen Börsenkurs. Ein Arbeitgeber könnte Aktien anbieten, die an der Börse 100 Euro kosten, die Mitarbeiter aber nur 80 Euro zahlen lassen. Diese 20 Euro Differenz stellt eine zusätzliche Vergütungsleistung dar.

Für Privatanleger ist dies relevant, weil es eine Möglichkeit darstellt, kostengünstig in das eigene Unternehmen zu investieren. Manche Arbeitgeber koppeln solche Angebote an Bedingungen: Der Mitarbeiter muss die Aktie beispielsweise mehrere Jahre halten, bevor er sie verkaufen darf (Sperrfrist). Dies soll die langfristige Bindung fördern. Nach Ablauf dieser Frist kann der Arbeitnehmer die Aktien wie jede andere Aktie an der Börse verkaufen.

Ein wichtiger Aspekt ist die Risikobewertung: Wer Belegschaftsaktien hält, konzentriert sein Vermögen auf einen Arbeitgeber – sowohl das Einkommen als auch die Geldanlage hängen von demselben Unternehmen ab. Verschlechtert sich die Geschäftslage, droht sowohl der Jobverlust als auch ein Kursrückgang der Aktie. Privatanleger sollten daher den Anteil von Belegschaftsaktien am Gesamtvermögen kritisch bewerten und nicht überbewerten.

Steuerlich werden Belegschaftsaktien in vielen Ländern begünstigt behandelt, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – etwa Mindesthaltedauern oder maximale Rabattsätze. Die geltenden Regelungen sind jedoch an die jeweilige nationale Gesetzgebung gebunden und ändern sich regelmäßig; Arbeitnehmer sollten sich vor Annahme eines solchen Angebots über die aktuellen steuerlichen Konsequenzen informieren.

Verwandte Konzepte sind Mitarbeiterbeteiligungen allgemein, die auch Gewinnbeteiligungen oder Optionspläne umfassen, sowie Aktienoptionen, bei denen Mitarbeiter das Recht erhalten, Aktien zu einem festgelegten Preis zu kaufen. Der Mitarbeiterstockplan ist ein strukturiertes Programm, in dem Unternehmen regelmäßig Aktien zu vergünstigten Konditionen anbieten. Alle drei Instrumente verfolgen das Ziel, Mitarbeiter an der Wertentwicklung des Unternehmens zu beteiligen.