Börsenlexikon
Berichtigungsaktien sind kostenlose Aktien, die ein Unternehmen an seine bestehenden Aktionäre im Verhältnis ihres Aktienbestands ausgibt, indem es Rücklagen oder Gewinne in Grundkapital umwandelt.
Funktionsweise
Bei einer Berichtigungsaktie (auch Gratisaktie genannt) führt das Unternehmen eine Kapitalerhöhung durch, ohne dass Aktionäre Geld einzahlen müssen. Das Unternehmen nutzt dazu eigene Mittel – typischerweise Rücklagen, Gewinne oder Kursgewinne –, wandelt diese in Grundkapital um und verteilt die neu geschaffenen Aktien kostenlos an die Aktionäre.
Die Verteilung folgt einem festen Verhältnis. Besitzt ein Anleger beispielsweise 100 Aktien und führt das Unternehmen eine Berichtigungsaktie im Verhältnis 1:4 durch, erhält dieser Anleger 25 neue Aktien hinzu, ohne dafür zu bezahlen. Im Gegensatz dazu gibt es bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinzahlung einen Bezugspreis, zu dem Aktionäre die neuen Aktien kaufen können – bei Berichtigungsaktien entfällt dieser Kaufpreis vollständig.
Auswirkungen auf den Depotwert
Der Kurs der Aktie sinkt rechnerisch um den Faktor der Berichtigung. Wird im Verhältnis 1:4 berichtigt, fällt der Kurs auf etwa 80 Prozent des vorherigen Niveaus. Dies ist kein Verlust für den Anleger: Der Gesamtwert des Depots bleibt unverändert, weil die zusätzlichen Aktien den Kursrückgang kompensieren. Ein Anleger mit 100 Aktien à 100 Euro (Depotwert: 10.000 Euro) erhält 25 Aktien kostenlos hinzu. Der neue Kurs liegt dann bei etwa 80 Euro, der Depotwert bleibt bei 10.000 Euro (125 Aktien × 80 Euro).
Relevanz für Privatanleger
Berichtigungsaktien zeigen, dass ein Unternehmen Mittel erwirtschaftet hat, die es in Kapital umwandelt – ein Zeichen von Rentabilität. Für Anleger ändert sich die wirtschaftliche Position nicht, aber die Anzahl der gehaltenen Wertpapiere steigt. Manche Anleger schätzen die psychologische Wirkung einer höheren Aktienanzahl, andere sehen darin ein Signal für stabile Geschäftstätigkeit.
Berichtigungsaktien unterscheiden sich grundsätzlich von einer Kapitalerhöhung gegen Bareinzahlung, bei der Aktionäre einen Bezugspreis zahlen, und von einer Aktiensplittung, die die Anzahl der Aktien erhöht, ohne das Grundkapital zu verändern. Auch Dividendenzahlungen sind ein anderer Weg, Gewinne an Aktionäre auszuschütten – hier fließt Geld, statt neue Aktien entstehen zu lassen.

