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Börsenlexikon

„Beste Aktie" ist ein unscharfer, nicht standardisierter Begriff, der je nach Kontext entweder die nach bestimmten Kriterien (wie Rentabilität, Wachstum oder Bewertung) am höchsten bewertete Einzelaktie oder subjektiv die für einen Anleger am besten geeignete Aktie bezeichnet.

In der Praxis wird der Ausdruck hauptsächlich von Finanzmedien, Analysten und Privatanlegern verwendet, um Aktien hervorzuheben, die in einer bestimmten Kategorie herausragen. Da keine einheitliche Definition existiert, kann die gleiche Aktie je nach Bewertungsmaßstab für verschiedene Anleger unterschiedliche Bedeutung haben.

Für institutionelle Analysten kann „beste Aktie" bedeuten, dass ein Unternehmen die höchste prognostizierte Eigenkapitalrendite aufweist oder das beste Kurs-Gewinn-Verhältnis im Vergleich zu seinem Branchendurchschnitt bietet. Ein Wertinvestor könnte dagegen eine Aktie als beste einordnen, wenn sie unterbewertet ist und ein hohes Kurssteigerungspotenzial hat. Ein Wachstumsinvestor hingegen bevorzugt möglicherweise Unternehmen mit zweistelligen Umsatzwachstumsraten, unabhängig von der aktuellen Bewertung.

Für Privatanleger ist der Begriff deshalb problematisch, weil er Objektivität vortäuscht, wo tatsächlich Subjektivität herrscht. Die beste Aktie hängt von den individuellen Zielen, dem Anlagehorizont und der Risikobereitschaft ab. Ein Anleger mit 30-jährigem Anlagehorizont und hoher Risikobereitschaft wird eine andere Aktie als optimal einstufen als ein Rentner, der auf regelmäßige Dividendenerträge angewiesen ist.

Praktisch relevant wird der Begriff bei der Recherche: Wenn ein Finanzmedium eine Aktie als „beste im Sektor" bezeichnet, sollte der Anleger immer nachfragen, nach welchen Kriterien diese Bewertung erfolgte. Wurden Gewinnwachstum, Dividendenrendite, Kurs-Buchwert-Verhältnis oder andere Kennzahlen zugrunde gelegt? Über welchen Zeitraum wurde die Analyse durchgeführt?

Der Begriff steht in engem Zusammenhang mit verwandten Konzepten wie der Aktienempfehlung (eine konkrete Handlungsaufforderung eines Analysten mit Zielkurs), der Outperformance (die Überrendite einer Aktie gegenüber einem Vergleichsindex) und der Relative Stärke (ein Maß dafür, wie eine Aktie gegenüber Konkurrenzwerten oder dem Gesamtmarkt abschneidet).

Privatanleger sollten den Begriff als Orientierungshilfe verstehen, nicht als Kaufsignal. Empfehlungen erfordern immer eine eigenständige Überprüfung der zugrundeliegenden Annahmen und eine Bewertung der persönlichen Anlagesituation.