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Börsenlexikon

Der Bid-Ask-Spread ist die Differenz zwischen dem höchsten Kurs, zu dem ein Käufer ein Wertpapier kaufen möchte (Geldkurs), und dem niedrigsten Kurs, zu dem ein Verkäufer es abgeben möchte (Briefkurs).

Der Spread entsteht an der Börse durch das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. Auf der einen Seite stehen Käufer (Bid), die bereit sind, einen bestimmten Preis zu zahlen; auf der anderen Seite stehen Verkäufer (Ask), die einen bestimmten Preis fordern. Der Spread ist die Spanne zwischen diesen beiden Kursen und wird in der Regel in Euro oder Cent angegeben, kann aber auch in Prozentpunkten ausgedrückt werden.

Wie der Spread funktioniert

Beim Kauf zahlt der Anleger den Ask-Kurs (Briefkurs), also den höheren Preis. Beim Verkauf erhält der Anleger den Bid-Kurs (Geldkurs), also den niedrigeren Preis. Der Spread ist damit ein direkter Kostenfaktor beim Handel. Je enger der Spread, desto günstiger ist der Handel für den Anleger; je breiter der Spread, desto höher die Transaktionskosten.

Die Breite des Spreads hängt von mehreren Faktoren ab: Bei häufig gehandelten Wertpapieren (hohe Liquidität) ist der Spread typischerweise eng, weil viele Käufer und Verkäufer vorhanden sind. Bei selten gehandelten Papieren (niedrige Liquidität) wird der Spread breiter, da Market Maker ein höheres Risiko tragen. Auch die Volatilität des Wertpapiers spielt eine Rolle – bei starken Kursschwankungen vergrößern sich Spreads oft.

Rechenbeispiel

Ein Anleger möchte Aktien einer Gesellschaft kaufen. Der Geldkurs (Bid) liegt bei 49,50 Euro, der Briefkurs (Ask) bei 49,65 Euro. Der Spread beträgt 0,15 Euro pro Aktie. Kauft der Anleger 100 Aktien, zahlt er 4.965 Euro (100 × 49,65 Euro). Verkauft er diese Aktien sofort wieder, erhält er nur 4.950 Euro (100 × 49,50 Euro). Die Differenz von 15 Euro ist der Spread-Nachteil.

Bedeutung für Privatanleger

Der Spread ist ein versteckter Kostenfaktor, der leicht übersehen wird, aber besonders bei häufigen Käufen und Verkäufen erheblich ins Gewicht fallen kann. Anleger sollten beim Wertpapierkauf auf die Liquidität achten und bevorzugt in breit gehandelte Wertpapiere investieren, um niedrige Spreads zu sichern.

Verwandte Begriffe sind die Liquidität, die Verfügbarkeit von Käufern und Verkäufern, die Geld-Brief-Spanne, eine alternative Bezeichnung für denselben Sachverhalt, und die Transaktionskosten, in die der Spread als wesentlicher Bestandteil eingeht.