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Börsenlexikon

Billigst ist eine Orderart, bei der der Anleger den Kauf oder Verkauf eines Wertpapiers zum niedrigsten verfügbaren Preis im aktuellen Markt erteilt, ohne einen Mindestpreis festzulegen.

Bei einer Billigst-Order wird die Ausführung sofort nach Orderaufgabe angestrebt. Der Makler sucht die günstigsten verfügbaren Angebote und führt die Order aus, sobald ein Verkäufer (beim Kauf) oder Käufer (beim Verkauf) zur Verfügung steht. Der Anleger akzeptiert damit implizit jeden am Markt angebotenen Preis und verzichtet auf die Kontrolle über den exakten Ausführungskurs.

Diese Orderart ist besonders bei liquiden Wertpapieren sinnvoll, etwa bei DAX-Aktien oder breit gehandelten ETFs. Dort entstehen zwischen Geldkurs (Verkäuferseite) und Briefkurs (Käuferseite) üblicherweise nur enge Spannen. Ein Anleger, der 100 Aktien einer großen Kapitalgesellschaft kaufen möchte, erhält die Order bei Billigst-Erteilung meist innerhalb von Sekunden zu einem fairen Marktpreis ausgeführt.

Problematisch wird Billigst bei illiquiden oder stark volatilen Wertpapieren. Angenommen, ein Anleger erteilt eine Billigst-Order für eine kleinere Nebenwert-Aktie, deren Geldkurs bei 45 Euro und deren Briefkurs bei 48 Euro liegt. Die Order kann zu 48 Euro ausgeführt werden – oder in ungünstigen Marktphasen auch zu einem deutlich höheren Preis, falls der Kurs schnell anzieht und mehrere Kaufaufträge vor ihm in der Schlange stehen. Der Anleger sieht den finalen Preis erst nach Ausführung.

Für Privatanleger empfiehlt sich daher häufig die Limit-Order, bei der ein maximaler Kaufpreis oder minimaler Verkaufspreis vorgegeben wird. Dies schützt vor überraschend ungünstigen Ausführungen. Eine Limit-Order wird nur ausgeführt, wenn der Kurs die Grenze nicht überschreitet – allerdings kann die Ausführung auch ganz ausbleiben, falls der Markt die Limit-Schwelle nicht erreicht.

Ebenfalls verwandt ist die Bestens-Order, die ähnlich wie Billigst funktioniert, aber mit der Zusatzbedingung verbunden sein kann, dass die Order nur unter bestimmten Bedingungen ausgeführt wird. Daneben existiert auch die Variante des Briefkurs-Kaufs oder Geldkurs-Verkaufs, bei der der Anleger bewusst den ungünstigeren Marktpreis akzeptiert, um Ausführungssicherheit zu erlangen.