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Börsenlexikon

Binäre Optionen sind Finanzderivate, bei denen der Anleger auf die Preisentwicklung eines Basiswerts bis zu einem festgelegten Verfallszeitpunkt setzt und je nach Eintritt oder Nichteintritt dieser Prognose einen vorher definierten Gewinn oder Totalverlust erzielt.

Das Funktionsprinzip ist einfach strukturiert: Der Anleger wählt einen Basiswert (etwa einen Aktienindex, eine Währung oder einen Rohstoff), eine Richtung (Call für steigende Kurse oder Put für fallende Kurse) und einen Verfallszeitpunkt. Typische Laufzeiten reichen von wenigen Minuten bis zu mehreren Tagen. Der Anleger legt einen Einsatzbetrag fest – beispielsweise 100 Euro. Liegt der Kurs des Basiswerts zum Verfallszeitpunkt auf der prognostizierten Seite des sogenannten Strike-Preises (Ausübungspreis), erhält der Anleger seinen Einsatz plus eine vorher festgelegte Auszahlung zurück, oft zwischen 70 und 90 Prozent des Einsatzes. Liegt der Kurs auf der falschen Seite, verfällt die Option wertlos und der komplette Einsatz ist verloren.

Für Privatanleger ist das Produkt relevant, weil es mit kleinen Einsätzen hohe prozentuale Renditen verspricht – bei einem 100-Euro-Einsatz können Gewinne von 70 bis 90 Euro innerhalb von Minuten entstehen. Gleichzeitig ist das Verlustrisiko absolut und transparent: Der Anleger kann maximal seinen Einsatz verlieren, nicht mehr.

Allerdings ist die Prognose unter Druck schwierig: Innerhalb von Sekunden oder Minuten müssen Kursbewegungen richtig vorhergesagt werden. Die Auszahlungsquoten sind so kalkuliert, dass der Anbieter langfristig profitiert, auch wenn einzelne Trades gewinnen. Hinzu kommt: Viele Anbieter von binären Optionen unterliegen keiner angemessenen Regulierung oder sind sogar unseriös. Privatanleger sollten vor dem Handel überprüfen, ob der Anbieter von einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde lizenziert ist.

Verwandte Begriffe sind klassische Optionen, die flexiblere Ausübungsbedingungen bieten, sowie Knock-out-Produkte und Turbos, die ebenfalls gehebelte Wetten auf Kursbewegungen ermöglichen. Auch Differenzkontrakte (CFDs) folgen einem ähnlichen Prinzip der Spekulation auf Kursveränderungen mit festgelegtem Risiko.