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Börsenlexikon

Ein Branchenindex ist ein Aktienindex, der die Kursentwicklung von Unternehmen einer bestimmten Wirtschaftsbranche abbildet und damit die Wertentwicklung dieses Sektors misst.

Branchenindizes konzentrieren sich auf eng definierte Wirtschaftsbereiche wie Pharmazie, Maschinenbau, Einzelhandel, Finanzdienstleistungen oder Energiewirtschaft. Sie ermöglichen es Anlegern, die Performance eines spezifischen Sektors zu beobachten und zu bewerten, ohne einzelne Unternehmen analysieren zu müssen. Die Zusammensetzung erfolgt nach klaren Kriterien: Nur Aktien von Unternehmen, die ihre Haupteinnahmen in der jeweiligen Branche erzielen, werden aufgenommen.

Die Berechnung funktioniert ähnlich wie bei breiten Aktienindizes. Der Index wird als gewichteter Durchschnitt der Kurse seiner Komponenten berechnet. Bei der häufigsten Methode, der Marktkapitalisierungsgewichtung, fließen größere Unternehmen stärker in die Indexentwicklung ein als kleinere. Ein Branchenindex mit fünf Unternehmen könnte beispielsweise so konstruiert sein: Unternehmen A mit 50 Milliarden Euro Marktkapitalisierung erhält ein Gewicht von 50 Prozent, Unternehmen B mit 30 Milliarden Euro 30 Prozent, und die übrigen drei Unternehmen teilen sich die restlichen 20 Prozent. Steigt Unternehmen A um 10 Prozent und alle anderen bleiben unverändert, legt der Index um etwa 5 Prozent zu.

Für Privatanleger bieten Branchenindizes mehrere Vorteile. Sie ermöglichen eine gezielte Positionierung auf Sektoren, von denen der Anleger überdurchschnittliches Wachstum erwartet. Gleichzeitig können Branchenindizes zur Diversifikation innerhalb eines Portfolios dienen, da verschiedene Sektoren unterschiedliche Konjunkturphasen durchlaufen. Ein Anleger kann beispielsweise über einen Indexfonds oder ein Zertifikat auf einen Branchenindex investieren, statt einzelne Aktien auszuwählen.

Branchenindizes sind eng verwandt mit dem übergeordneten Gesamtmarktindex, der alle börsennotierten Unternehmen eines Landes oder einer Region abbildet. Daneben existieren auch Subindizes, die noch stärker spezialisiert sind – etwa auf einzelne Teilbereiche innerhalb einer Branche. Der Begriff der Sektorrotation beschreibt die Strategie, zwischen verschiedenen Branchenindizes zu wechseln, je nachdem welche Sektoren in der aktuellen Marktphase besser performen.