Börsenlexikon
Der Break-Even-Preis ist der Kurs, bei dem ein Anleger seine gesamten Kosten für ein Wertpapier oder eine Position vollständig zurückerhält, ohne Gewinn oder Verlust zu realisieren.
Funktionsweise
Der Break-Even-Preis berücksichtigt nicht nur den Kaufpreis des Wertpapiers, sondern alle damit verbundenen Kosten. Bei Aktien oder ETFs fallen typischerweise Ordergebühren an; bei Anleihen können Maklergebühren, Courtage oder Stückzinsen hinzukommen. Sobald der aktuelle Marktpreis den Break-Even-Preis erreicht oder übersteigt, ist die Position kostendeckend. Unterhalb dieses Preises entsteht ein Buchverlust.
Praktisches Beispiel
Ein Privatanleger kauft 100 Aktien zu 50 Euro pro Aktie. Die Ordergebühr beträgt 15 Euro. Die Gesamtinvestition liegt bei 5.015 Euro. Der Break-Even-Preis berechnet sich wie folgt:
Break-Even-Preis = (Gesamtinvestition) ÷ (Anzahl der Anteile)
Break-Even-Preis = 5.015 Euro ÷ 100 = 50,15 Euro
Der Anleger benötigt einen Aktienkurs von mindestens 50,15 Euro, um die Gesamtkosten auszugleichen. Bei 50,10 Euro entstünde ein Verlust von 5 Euro, bei 50,20 Euro ein Gewinn von 5 Euro.
Bei Anleihen ist die Berechnung komplexer. Ein Investor kauft eine Anleihe mit 10.000 Euro Nennwert zu 98 Prozent (also 9.800 Euro) zuzüglich 50 Euro Maklergebühr. Der Break-Even-Preis liegt bei 9.850 Euro oder 98,50 Prozent des Nennwerts. Zusätzlich reduzieren die regelmäßigen Kuponzahlungen den Break-Even-Preis über die Laufzeit, da diese Erträge zur Kostendeckung beitragen.
Bedeutung für Anleger
Der Break-Even-Preis hilft Privatanlegern, ihre Gewinnschwelle zu kennen und realistische Kursziele zu setzen. Er ist besonders bei illiquiden Wertpapieren oder hohen Gebührenstrukturen relevant, da hier die Kosten einen größeren Anteil der Gesamtinvestition ausmachen. Das Konzept unterstützt auch die Risikobewertung: Je weiter der aktuelle Kurs vom Break-Even-Preis entfernt ist, desto größer ist der Puffer vor Verlusten.
Der Break-Even-Preis unterscheidet sich vom Durchschnittskurs, der sich aus mehreren Käufen zu unterschiedlichen Preisen ergibt. Er ist auch nicht zu verwechseln mit dem Einstandspreis, der nur den reinen Kaufpreis ohne Gebühren abbildet. Verwandte Konzepte sind die Gewinnmarge und die Rentabilität, die messen, wie weit der aktuelle Kurs über oder unter dem Break-Even-Punkt liegt.

