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Börsenlexikon

Ein Broker ist ein Finanzdienstleister, der Privatanleger mit Börsen verbindet und ihnen ermöglicht, Wertpapiere wie Aktien, Anleihen und Fonds zu kaufen und zu verkaufen.

Der Broker fungiert als Vermittler zwischen dem Anleger und dem Markt. Er stellt eine Handelsplattform zur Verfügung, über die Kunden ihre Aufträge erteilen können. Der Broker leitet diese Aufträge an die Börse weiter, führt sie aus und bestätigt die abgeschlossenen Transaktionen. Ohne Broker können Privatanleger nicht direkt an der Börse handeln – der Zugang ist institutionellen Marktteilnehmern vorbehalten.

Für diese Dienstleistung erhebt der Broker Gebühren. Die gängigsten Gebührenmodelle sind Provisionen pro Trade (etwa ein prozentualer Anteil des Ordervolumens oder eine Flat Fee pro Order), Depotgebühren für die Verwahrung von Wertpapieren oder eine Kombination aus beiden. Ein Anleger, der 100 Aktien zu je 50 Euro kauft (Gesamtvolumen 5.000 Euro), zahlt je nach Gebührenmodell beispielsweise eine pauschale Ordergebühr von 5 bis 15 Euro oder eine provisionsbasierte Gebühr von etwa 25 bis 50 Euro. Moderne Online-Broker bieten zunehmend kostenlose oder sehr günstige Trades an, während traditionelle Filialbanken höhere Gebühren verlangen.

Der Broker ist auch für die Abwicklung zuständig: Er kümmert sich um die Verrechnung von Geldflüssen, die Lieferung oder den Empfang von Wertpapieren und die ordnungsgemäße Dokumentation für Steuerzwecke. Gleichzeitig unterliegt der Broker regulatorischen Anforderungen – er muss etwa Kundengelder getrennt von seinem Betriebsvermögen verwahren (Segregation) und ist oft einer Einlagensicherung unterworfen.

Die Wahl des Brokers hat erhebliche Auswirkungen auf die Rentabilität einer Anlage. Unterschiedliche Gebührensätze, Handelsplatzgebühren und verfügbare Wertpapiere beeinflussen die Gesamtkostenquote. Ein Anleger sollte daher nicht nur auf niedrige Provisionen achten, sondern auch auf versteckte Gebühren, die Qualität der Handelsplattform und den Kundensupport prüfen.

Eng verwandte Begriffe sind der Makler, der ähnlich vermittelnd tätig ist, aber typischerweise im Immobilien- oder Versicherungsbereich arbeitet, sowie der Market Maker, der als Broker selbst als Handelspartner auftritt und Geld-Brief-Spannen verdient. Auch die Clearingstelle ist relevant – sie wickelt die technische Abwicklung von Transaktionen ab, die der Broker initiiert hat.