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Börsenlexikon

Bruce Berkowitz ist ein amerikanischer Investmentmanager, der für seine Tätigkeit als Fondsmanager des Fairholme Fund bekannt ist und eine Value-Investing-Strategie verfolgt, die sich auf unterbewertete Aktien konzentriert.

Berkowitz gehört zu den Vermögensverwaltern, die nach dem Vorbild von Benjamin Graham und Warren Buffett arbeiten. Sein Ansatz besteht darin, Unternehmen zu identifizieren, deren Aktienkurs unter ihrem inneren Wert notiert, und diese langfristig zu halten. Im Gegensatz zu vielen Fondsmanagern, die ihre Bestände häufig umschichten, behält Berkowitz seine Positionen oft über Jahre oder Jahrzehnte.

Für Privatanleger ist Berkowitz relevant, weil sein Ansatz zeigt, wie konzentrierte, fundamental analysierte Portfolios funktionieren können. Ein solches Portfolio könnte beispielsweise aus 15 bis 20 Positionen bestehen statt aus 100 oder mehr. Wenn ein Anleger 100.000 Euro investiert und diese auf 20 Positionen verteilt, entfallen auf jede Position durchschnittlich 5.000 Euro. Diese Konzentration ermöglicht es, jede Investition tiefgehend zu analysieren, erfordert aber auch höhere Disziplin und Geduld.

Berkowitz' Strategie zeigt auch, dass Value-Investing in modernen Märkten praktizierbar bleibt. Während viele Anleger kurzfristig auf Trends reagieren, sucht er nach strukturellen Mispricing-Situationen – also nach Fällen, in denen der Markt ein Unternehmen systematisch unterschätzt. Dies kann bei Unternehmen in Umbruchphasen, mit temporären Problemen oder geringer Aufmerksamkeit durch Analysten vorkommen.

Ein praktisches Konzept aus seinem Ansatz: Ein Anleger identifiziert ein Unternehmen mit Buchwert von 50 Euro pro Aktie und stabilen Gewinnen, das aber an der Börse mit 35 Euro notiert. Nach Berkowitz' Logik könnte dies eine Gelegenheit sein, wenn die Unterbewertung nicht auf fundamentale Probleme zurückgeht, sondern auf Marktunaufmerksamkeit oder vorübergehende Schwäche.

Berkowitz' Herangehensweise unterscheidet sich von der Growth-Investing-Strategie, die schnell wachsende Unternehmen bevorzugt, und vom Momentum-Investing, das auf Kurstrends setzt. Sie ähnelt eher der Contrarian-Investing-Philosophie, die gezielt gegen den Markttrend investiert. Auch die Idee der Margin of Safety – ein Sicherheitsabstand zwischen Kaufpreis und geschätztem inneren Wert – ist zentral für sein Vorgehen.