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Börsenlexikon

Bruttodividende ist die von einem Unternehmen je Aktie ausgeschüttete Geldsumme vor Abzug von Steuern und Abgaben.

Die Bruttodividende wird vom Vorstand eines Unternehmens vorgeschlagen und von der Hauptversammlung beschlossen. Sie stellt die volle Ausschüttung dar, die der Aktionär pro gehaltene Aktie erhält, bevor Quellensteuer, Solidaritätszuschlag oder andere Abgaben in Abzug gebracht werden. Der Privatanleger sieht diese Steuern zwar nicht direkt auf dem Depot-Auszug, da sie in der Regel von der depotführenden Bank eingezogen werden – relevant ist aber, dass die Bruttodividende die tatsächliche wirtschaftliche Leistung des Unternehmens abbildet.

Wie die Bruttodividende funktioniert

Das Unternehmen beschließt, einen Teil seines Gewinns an Eigentümer auszuschütten. Für jede Aktie wird ein fester Euro-Betrag festgelegt. Ein Privatanleger, der 100 Aktien hält, erhält dann das 100-Fache dieser Summe ausbezahlt – allerdings zunächst als Bruttobetrag. Die tatsächlich auf dem Konto ankommende Summe ist die Nettodividende, also der Bruttobetrag abzüglich aller Steuern und Gebühren. Für Privatanleger in Deutschland werden auf Dividenden typischerweise Kapitalertragsteuer, Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer fällig, deren geltende Sätze den jeweils aktuellen Steuergesetzen zu entnehmen sind.

Praktisches Beispiel

Ein Unternehmen beschließt eine Bruttodividende von 2 Euro pro Aktie. Ein Anleger hält 50 Aktien. Die Bruttodividende beträgt somit 100 Euro (50 × 2 Euro). Nach Abzug von Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag könnte die Nettodividende beispielsweise 75 Euro betragen – der Differenzbetrag wurde als Steuer eingezogen.

Relevanz für Anleger

Die Bruttodividende ist für die Berechnung der Dividendenrendite maßgeblich, da sie die echte Gewinnbeteiligung widerspiegelt. Sie ermöglicht den Vergleich zwischen verschiedenen Aktien und Märkten auf einer einheitlichen Basis. Anleger sollten die Bruttodividende kennen, um ihre tatsächliche Ertragskraft realistisch einzuschätzen. Im Zusammenhang damit stehen auch Begriffe wie Ex-Dividende-Datum, das den Stichtag markiert, bis zu dem eine Aktie gehalten werden muss, um die Dividende zu erhalten, sowie die Dividendenpolitik eines Unternehmens, die anzeigt, wie regelmäßig und in welcher Höhe es Gewinne ausschüttet.