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Börsenlexikon

Das Bruttosozialprodukt (BSP) ist die Summe aller Waren und Dienstleistungen, die von Bürgern und Unternehmen eines Landes in einem Jahr produziert werden, unabhängig davon, ob die Produktion im In- oder Ausland stattfindet.

Das BSP unterscheidet sich vom verwandten Begriff des Bruttoinlandsprodukts (BIP) durch eine wichtige Perspektive: Während das BIP alle wirtschaftliche Aktivität erfasst, die innerhalb der Landesgrenzen stattfindet, berücksichtigt das BSP, wo die Produzenten ihren Wohnsitz haben. Ein deutsches Unternehmen, das eine Fabrik in Polen betreibt, trägt mit dieser Produktion zum deutschen BSP bei, nicht zum polnischen. Umgekehrt fließt die Produktion ausländischer Unternehmen in Deutschland in das deutsche BIP ein, aber nicht ins BSP.

Für Privatanleger ist das BSP ein Indikator für die wirtschaftliche Leistung und Gesundheit eines Landes. Ein steigendes BSP deutet auf wirtschaftliches Wachstum hin, was typischerweise positive Auswirkungen auf Aktienkurse und Unternehmensgewinne hat. Umgekehrt kann ein sinkendes oder stagnierendes BSP auf wirtschaftliche Schwäche hindeuten und Anlagerisiken erhöhen. Anleger nutzen BSP-Daten daher zur Bewertung von Marktaussichten und zur Entscheidung über Investitionen in Aktien, Anleihen oder Fonds.

Das BSP wird üblicherweise in absoluten Zahlen gemessen (beispielsweise in Euro oder Dollar) und oft auch als Pro-Kopf-Wert berechnet, um die Wirtschaftskraft pro Einwohner auszudrücken. Staaten mit höherem Pro-Kopf-BSP gelten als wohlhabender. Analysten betrachten auch die jährliche Wachstumsrate des BSP, um Trends zu erkennen.

In der Praxis hat das BSP als Messgröße in vielen Ländern an Bedeutung verloren, da das BIP aussagekräftiger für die tatsächliche Wirtschaftsaktivität innerhalb eines Territoriums ist. Dennoch bleibt das BSP relevant für Länder mit großen Auslandsinvestitionen ihrer Bürger oder für internationale Vergleiche. Eng verwandt sind neben dem BIP auch das Nettonationaleinkommen (NNE) und das verfügbare Einkommen, die weitere Aspekte der Wirtschaftskraft abbilden und ebenfalls von Investoren zur Fundamentalanalyse herangezogen werden.