Börsenlexikon
Bullen sind Anleger, die damit rechnen, dass Kurse steigen werden, und entsprechend Wertpapiere kaufen oder halten, um von dieser Aufwärtsbewegung zu profitieren.
Der Begriff stammt aus einer bildlichen Ausdrucksweise: Ein Bulle wirft seine Hörner nach oben, was eine aufwärts gerichtete Bewegung symbolisiert. Im Gegensatz dazu steht der Bär, der seine Pranken nach unten schlägt und fallende Kurse repräsentiert.
Bullen vertrauen darauf, dass die Wirtschaft wächst, Unternehmensgewinne steigen oder die Nachfrage nach Wertpapieren zunimmt. Sie agieren in einem „Bullenmarkt" oder „Bull Market" – einer Phase mit anhaltend steigenden Kursen über mehrere Monate oder Jahre. In solchen Phasen kaufen Bullen Aktien, Fonds oder andere Wertpapiere und halten diese, weil sie an weitere Kursgewinne glauben.
Für Privatanleger ist das Bullen-Konzept fundamental, weil es die Grundlage der langfristigen Vermögensaufbau-Strategie bildet: Wer an die Entwicklung von Märkten glaubt – etwa an die langfristige Rentabilität von Unternehmen – verhält sich wie ein Bulle und kauft regelmäßig Wertpapiere. Ein Anleger, der monatlich 500 Euro in einen Aktienindex-Fonds einzahlt, agiert wie ein Bulle: Er spekuliert darauf, dass die Kurse über Jahre hinweg steigen, sodass sein Vermögen wächst.
Allerdings ist es wichtig zu verstehen, dass Bullen nicht immer recht haben. Kurse können fallen, obwohl Bullen mit Anstiegen gerechnet haben. Auch können Bullen emotional handeln und in Phasen extremer Euphorie zu viel bezahlen – ein Phänomen, das oft zu Blasen führt. Ein bewusster Bulle arbeitet daher mit klaren Strategien: etwa mit regelmäßigen Sparplaneinzahlungen, die unabhängig von aktuellen Kursen erfolgen, oder mit diversifizierten Portfolios, um Risiken zu streuen.
Das Gegenstück zum Bullen ist der Bär, der fallende Kurse erwartet und entsprechend verkauft oder leer verkauft. Zwischen diesen Extremen existiert auch der Begriff des „Sideways-Markts" oder der Seitwärtsbewegung, in dem Kurse weder eindeutig steigen noch fallen. Verwandte Konzepte sind die technische Analyse, die Chartmuster nutzt, um bullische oder bärische Signale zu erkennen, sowie die Sentiment-Analyse, die misst, wie optimistisch oder pessimistisch Anleger insgesamt sind.

