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Börsenlexikon

Bullenfalle ist eine Kursbewegung, bei der ein Wertpapier kurzfristig steigt und Anleger zum Kauf verleitet, bevor der Kurs wieder fällt und unter das Ausgangsniveau zurückgeht.

Eine Bullenfalle entsteht typischerweise nach längeren Abwärtstrends oder in Phasen der Marktverunsicherung. Der Kurs eines Wertpapiers beginnt zu steigen, was Hoffnung auf eine Trendwende weckt. Anleger, die auf eine Erholung gehofft haben oder Gewinne mitnehmen wollten, kaufen verstärkt nach. Dieses erhöhte Kaufinteresse treibt den Kurs weiter nach oben. Allerdings basiert dieser Anstieg oft nicht auf verbesserter Fundamentalentwicklung, sondern nur auf technischen Faktoren oder kurzfristiger Nachfrage. Sobald diese Käufer ihre Positionen verkaufen oder neue negative Nachrichten bekannt werden, bricht der Kurs wieder ein – häufig unter das Niveau, auf dem viele der später hinzugekommenen Käufer eingestiegen sind.

Für Privatanleger ist die Bullenfalle relevant, weil sie zu Verlusten führt, wenn Anleger diese Erholungsbewegungen als Beginn eines neuen Aufwärtstrends missverstehen. Ein Anleger, der eine Aktie bei 40 Euro gekauft hatte und diese nach einem Kursrückgang auf 25 Euro verkauft, beobachtet möglicherweise, wie der Kurs auf 28 Euro ansteigt. Verleitet durch diesen Anstieg, kauft er die Aktie zurück – nur um zu erleben, dass sie wenige Wochen später auf 18 Euro fällt. Der Anleger hätte mit dem Verkauf bei 25 Euro besser gefahren.

Die Unterscheidung zwischen einer echten Trendwende und einer Bullenfalle ist schwierig, weshalb erfahrene Anleger auf Bestätigungssignale achten: Steigt der Kurs über bisherige Widerstände? Nimmt das Handelsvolumen zu? Verbessern sich die Geschäftszahlen des Unternehmens tatsächlich? Eine einzelne Kursbewegung ohne diese Bestätigungen sollte als potenzielles Warnsignal betrachtet werden.

Das Konzept der Bullenfalle steht in direktem Zusammenhang mit der Bärenfalle, bei der ein fallender Kurs Anleger zum Verkauf verleitet, bevor der Kurs wieder ansteigt. Beide Phänomene sind Aspekte der technischen Analyse, die Kursmuster und Widerstände zur Prognose zukünftiger Bewegungen nutzt. Auch der Begriff des Widerstands – ein Kursniveau, bei dem regelmäßig Verkaufsdruck entsteht – spielt für das Verständnis von Bullenfallen eine zentrale Rolle.