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Börsenlexikon

Bullische Divergenz ist eine Konstellation, bei der der Kurs eines Wertpapiers ein neues Tief erreicht oder unterschreitet, während ein Momentum-Indikator (etwa RSI oder MACD) gleichzeitig höher notiert als bei dem vorherigen Tief.

Diese Divergenz zwischen Kurstiefpunkt und Indikator-Hochpunkt gilt vielen technischen Analysten als Hinweis auf eine mögliche Trendumkehr nach oben. Die Logik dahinter: Wenn der Kurs fällt, aber der Momentum-Indikator nicht mehr so stark nachgibt wie zuvor, könnte dies bedeuten, dass die Verkaufskraft nachlässt und eine Gegenbewegung bevorsteht.

Wie die Divergenz praktisch funktioniert

Ein Privatanleger beobachtet eine Aktie, die über mehrere Wochen fällt. Im ersten Rückgang sinkt der Kurs von 100 Euro auf 80 Euro, während der RSI-Indikator (Relative Strength Index) auf den Wert 30 fällt. Zwei Wochen später bricht der Kurs erneut ein und erreicht 75 Euro – ein neues Tief. Allerdings steht der RSI-Wert diesmal nur bei 35 und fällt nicht wieder auf 30 herunter. Diese Divergenz – tieferer Kurs, aber höherer Indikator-Wert – wird als bullisches Signal interpretiert.

Bedeutung für die Anlagepraxis

Bullische Divergenzen werden häufig als Einstiegssignale genutzt, insbesondere bei Swing-Trading oder aktiver Trendfolge. Sie dienen als zusätzliches Bestätigungselement neben anderen technischen oder fundamentalen Analysen. Allerdings ist zu beachten, dass Divergenzen nicht automatisch zu Trendwenden führen; sie sind Wahrscheinlichkeitshinweise, keine garantierten Signale. Viele Privatanleger kombinieren dieses Signal daher mit weiteren Kriterien wie Unterstützungszonen, Volumenmustern oder charttechnischen Formationen.

Ein verwandtes Konzept ist die bärische Divergenz, bei der der Kurs ein neues Hoch erreicht, während der Indikator schwächer ausfällt – ein Zeichen für mögliche Abwärtsbewegungen. Ebenso relevant sind die Begriffe Momentum (die Geschwindigkeit von Preisveränderungen) und Trendumkehr, da Divergenzen häufig als Vorboten solcher Umbrüche gelten. Der RSI und der MACD sind die am häufigsten verwendeten Indikatoren zur Erkennung von Divergenzen.