Börsenlexikon
Bundesanleihe ist ein Wertpapier, bei dem der Anleger der Bundesrepublik Deutschland Geld leiht und dafür regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des Nennwerts zum Laufzeitende erhält.
Der Bund begibt Bundesanleihen, um sich am Kapitalmarkt zu finanzieren. Der Anleger kauft die Anleihe zu einem Kurs (Preis), erhält während der Laufzeit in der Regel halbjährlich Kuponzahlungen und bekommt am Ende der Laufzeit den Nennwert zurück. Bundesanleihen gelten als besonders sicher, da sie von der Bundesrepublik Deutschland begeben werden und das Ausfallrisiko sehr niedrig ist.
Funktionsweise an einem Beispiel: Ein Anleger kauft eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Laufzeit von 10 Jahren und einem Kupon von 2,5 Prozent. Er zahlt beim Kauf zum Beispiel 9.800 Euro (Kurs von 98 Prozent). Jedes Jahr erhält er 250 Euro Zinsen (2,5 Prozent von 10.000 Euro). Nach 10 Jahren bekommt er die 10.000 Euro Nennwert zurück. Die Differenz zwischen Kaufpreis (9.800 Euro) und Nennwert (10.000 Euro) stellt einen zusätzlichen Gewinn dar.
Der Kurs von Bundesanleihen schwankt täglich an der Börse, abhängig von Angebot, Nachfrage und dem allgemeinen Zinsniveau. Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen mit niedrigeren Kupons – und umgekehrt. Wer eine Anleihe vor Laufzeitende verkauft, erhält daher nicht zwingend den Nennwert zurück.
Für Privatanleger sind Bundesanleihen attraktiv, weil sie Planungssicherheit bieten: Die Zinszahlungen sind festgelegt, das Risiko ist minimal, und sie dienen oft als sichere Beimischung im Portfolio. Allerdings fallen die Renditen in Zeiten niedriger Marktzinsen niedrig aus.
Verwandte Begriffe sind Staatsanleihen (allgemein Anleihen von Staaten, nicht nur Deutschland), Bundesobligationen (kürzerlaufende Varianten des Bundes) und Anleihenrendite (die tatsächliche jährliche Rendite, die sich aus Kupon, Kurs und Laufzeit errechnet).

