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Börsenlexikon

Bundesanleihen Zinsen sind die Renditen, die Anleger erhalten, wenn sie Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland zeichnen oder am Sekundärmarkt kaufen.

Die Bundesrepublik Deutschland begibt regelmäßig Anleihen, um sich zu finanzieren. Der Staat verpflichtet sich dabei, dem Käufer einen festgelegten Zinssatz (Kupon) zu zahlen und am Ende der Laufzeit den Nennwert zurückzugeben. Die Höhe dieser Zinsen wird bei der Emission vom Markt bestimmt und hängt von Faktoren wie der aktuellen Geldmarktlage, der Inflationserwartung und der Risikoprämie ab, die Anleger für das Halten von Staatsanleihen verlangen.

Für Privatanleger sind Bundesanleihen Zinsen relevant, weil sie eine sichere Rendite auf das eingesetzte Kapital darstellen. Da Deutschland als Schuldner als äußerst kreditwürdig gilt, gelten Bundesanleihen als risikoarm. Die Zinsen bieten damit eine Alternative zu Sparkonten oder Tagesgeldern und dienen vielen Portfolios als stabilisierende Komponente neben volatileren Aktieninvestitionen.

Ein Rechenbeispiel verdeutlicht die Funktionsweise: Ein Anleger kauft eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 2,5 Prozent pro Jahr bei einer Laufzeit von 10 Jahren. Der Anleger erhält jährlich 250 Euro Zinsen ausgezahlt. Nach 10 Jahren bekommt er die 10.000 Euro Nennwert zurückgezahlt. Die Gesamtzinserträge betragen somit 2.500 Euro über die gesamte Laufzeit.

Der tatsächliche Ertrag kann jedoch abweichen, wenn der Anleger die Anleihe vor Fälligkeit verkauft. Der Kurs am Sekundärmarkt schwankt mit den Marktentwicklungen: Sinken die Marktzinsen, steigt der Kurs bestehender Anleihen (und umgekehrt). Außerdem ist zu beachten, dass Zinserträge aus Bundesanleihen der Einkommensteuer unterliegen – die jeweils geltenden Steuersätze und Freibeträge sind maßgeblich.

Eng verwandte Konzepte sind die Rendite, die den tatsächlichen Gesamtertrag unter Berücksichtigung von Kurs und Laufzeit abbildet, sowie die Zinsstrukturkurve, die zeigt, wie sich die Zinsen von Bundesanleihen unterschiedlicher Laufzeiten unterscheiden. Auch der Spread ist relevant – er beschreibt den Zinsunterschied zwischen Bundesanleihen und Anleihen anderer Emittenten und signalisiert Risikoprämien am Markt.