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Börsenlexikon

Bundesobligation ist eine von der Bundesrepublik Deutschland begebene Schuldverschreibung mit einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren, die Privatanlegern Zinszahlungen und Rückzahlung des Nennwerts zu einem festgelegten Termin zusichert.

Bundesobligationen gehören zu den Staatsanleihen und werden vom Bundesministerium der Finanzen über die Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH begeben. Sie stellen eine Kreditvergabe des Anlegers an den deutschen Staat dar und gelten als besonders sicher, da sie durch die Bonität Deutschlands abgesichert sind.

Der Anleger erwirbt typischerweise eine Bundesobligation mit einem Nennwert (auch Nominalwert genannt) und erhält während der Laufzeit regelmäßig Zinszahlungen. Diese Kupons werden meist halbjährlich ausgeschüttet. Am Ende der Laufzeit zahlt der Staat den Nennwert zurück. Der Kaufpreis kann über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem wie die Marktzinsen im Vergleich zur Kuponrate stehen.

Rechenbeispiel: Ein Anleger kauft eine Bundesobligation mit einem Nennwert von 10.000 Euro, einer Kuponrate von 2,5 Prozent pro Jahr und einer Laufzeit von 7 Jahren. Er zahlt beim Kauf 10.000 Euro. Jedes Jahr erhält er 250 Euro Zinsen (10.000 Euro × 2,5 Prozent). Nach 7 Jahren bekommt er die 10.000 Euro Nennwert zurück. Seine Gesamteinnahmen betragen dann 10.000 Euro Rückzahlung plus 1.750 Euro Zinsen (7 × 250 Euro).

Für Privatanleger bieten Bundesobligationen eine planbare Rendite ohne Aktienrisiko. Sie eignen sich für konservative Anleger, die Kapitalerhalt bevorzugen. Der Nachteil: Bei Inflation können die Realrenditen (die Rendite nach Abzug der Inflationsrate) sinken, wenn die Kupons nicht mithalten. Auch ist die Rendite meist niedriger als bei Anleihen mit höherem Risiko.

Bundesobligationen können an der Börse vor Laufzeitende verkauft werden. Der Verkaufspreis hängt dann von den aktuellen Marktzinsen ab: Sind diese gestiegen, fällt der Kurs; sind sie gesunken, steigt der Kurs. Steuern auf Kapitalerträge und Zinsen unterliegen der jeweils geltenden Besteuerung.

Verwandte Begriffe sind Bundesanleihen (mit längerer Laufzeit, typischerweise 10 bis 30 Jahre), Bundesschatzbriefe (mit kürzerer Laufzeit und gestaffelten Zinssätzen) und Rentenpapiere (Oberbegriff für alle festverzinslichen Wertpapiere wie Anleihen und Obligationen).