Börsenlexikon
Bundesschatzbrief ist eine von der Bundesrepublik Deutschland begebene Schuldverschreibung mit fester oder variabler Verzinsung, die direkt von der Bundesfinanzkasse ausgegeben wird und eine Laufzeit von sechs Jahren (Typ A) oder sieben Jahren (Typ B) hat.
Das Wertpapier funktioniert als direktes Darlehn an den deutschen Staat. Der Anleger kauft den Schatzbrief zu einem Nennwert – etwa 1.000 Euro – und erhält dafür einen vertraglich festgelegten Zinssatz. Bei einem Bundesschatzbrief mit 2,5 Prozent Verzinsung und einer Laufzeit von 7 Jahren zahlt der Anleger 1.000 Euro ein und erhält am Ende der Laufzeit 1.000 Euro zurück plus die aufgelaufenen Zinsen (175 Euro insgesamt, vereinfacht ohne Zinseszins). Die Zinsen können entweder jährlich ausgezahlt oder am Ende der Laufzeit zusammen mit dem Kapital ausbezahlt werden – je nach Ausgestaltung des Produkts.
Für Privatanleger bietet der Bundesschatzbrief mehrere Merkmale: Erstens handelt es sich um eine Staatsanleihe mit hoher Bonität, da sie vom deutschen Staat begeben wird. Zweitens ist die Verzinsung transparent und im Voraus bekannt. Drittens kann das Papier vor Fälligkeit an der Börse verkauft werden, wobei der Kurs je nach Zinsumfeld schwankt – sinken die Marktzinsen, steigt der Kurs; steigen sie, fällt der Kurs.
Ein wesentlicher Unterschied besteht zwischen dem klassischen Bundesschatzbrief mit fester Verzinsung und dem variabel verzinsten Typ, dessen Zinssatz sich an Marktbenchmarks orientiert. Anleger sollten beachten, dass auch Staatsanleihen Zinsänderungsrisiken bergen: Wer einen Schatzbrief mit 2 Prozent Verzinsung hält und die Marktzinsen später auf 4 Prozent steigen, erleidet beim vorzeitigen Verkauf einen Kursverlust.
Die Besteuerung von Bundesschatzbriefbriefen unterliegt der Kapitalertragsteuer zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die jeweils geltenden Steuersätze und Freibeträge sind maßgeblich.
Verwandte Konzepte sind die Bundesanleihe (längerfristige Staatsanleihen mit Laufzeiten ab 10 Jahren), die Schatzanweisung (kurzfristige Staatsanleihen mit Laufzeiten bis 2 Jahren) und das Sparbriefkonzept allgemein, das auch von privaten Banken in ähnlicher Form angeboten wird.

