Börsenlexikon
Bundeswertpapiere sind Schuldverschreibungen, die von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden und Anleger als Gläubiger des Staates eintragen.
Der deutsche Staat finanziert sich unter anderem durch die Emission von Wertpapieren. Diese Bundeswertpapiere werden von der Bundesrepublik Deutschland selbst begeben und am Kapitalmarkt gehandelt. Der Anleger wird damit zum Kreditgeber des Staates und erhält im Gegenzug regelmäßige Zinszahlungen sowie die Rückzahlung des eingesetzten Kapitals zu einem festgelegten Termin.
Es gibt verschiedene Formen von Bundeswertpapieren, die sich in ihrer Laufzeit unterscheiden. Bundesanleihen haben typischerweise lange Laufzeiten von 10, 20 oder 30 Jahren. Bundesobligationen werden mit einer mittelfristigen Laufzeit von fünf Jahren begeben. Schätze des Bundes sind kurzfristige Papiere mit Laufzeiten bis zu zwei Jahren. Diese unterschiedlichen Varianten ermöglichen es Anlegern, ihre Geldanlage an ihren individuellen Zeithorizont anzupassen.
Die Verzinsung von Bundeswertpapieren wird durch den jeweiligen Kupon festgelegt. Ein Anleger, der eine Bundesanleihe mit einem Nennwert von 10.000 Euro und einem Kupon von 2 Prozent kauft, erhält jährlich 200 Euro Zinszahlungen. Nach Ablauf der Laufzeit erhält der Anleger die 10.000 Euro Nennwert zurückgezahlt. Der tatsächliche Kaufpreis am Markt kann über oder unter dem Nennwert liegen, je nachdem wie sich die Marktzinsen seit der Ausgabe entwickelt haben.
Bundeswertpapiere gelten als sehr sicher, da sie durch die Bonität der Bundesrepublik Deutschland abgesichert sind. Das Ausfallrisiko ist damit deutlich geringer als bei Unternehmensanleihen. Allerdings unterliegen Bundeswertpapiere dem Zinsrisiko: Steigen die Marktzinsen, sinkt der Kurs bestehender Anleihen. Fallen die Marktzinsen, steigt der Kurs.
Für Privatanleger sind Bundeswertpapiere eine Möglichkeit, in festverzinsliche Wertpapiere zu investieren und dabei von der hohen Kreditwürdigkeit des Staates zu profitieren. Sie können über Banken und Broker erworben werden und werden im Depot verwahrt.
Verwandte Begriffe sind Staatsanleihen, unter die Bundeswertpapiere als deutsche Variante fallen, ferner Rentenpapiere als Oberbegriff für alle festverzinslichen Wertpapiere, und der Kupon als die regelmäßige Zinszahlung während der Laufzeit.

