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Börsenlexikon

Ein Business-Plan ist ein schriftliches Konzept, in dem ein Unternehmen oder ein Gründer seine Geschäftsidee, Marktanalyse, Finanzprognosen und Strategien für die nächsten Jahre darstellt.

Der Business-Plan richtet sich an mehrere Adressaten: Banken und Investoren nutzen ihn zur Bewertung von Kreditwürdigkeit und Renditeaussichten, Gründer als Orientierungsrahmen für die operative Umsetzung, und Gesellschafter zur Kontrolle der Geschäftsentwicklung. Ein fundierter Plan reduziert das Risiko für Fremdkapitalgeber und Eigenkapitalanleger erheblich, da er zeigt, dass sich das Management mit Markt, Wettbewerb und Finanzierung auseinandergesetzt hat.

Ein typischer Business-Plan enthält folgende Elemente: eine Executive Summary (Zusammenfassung), Beschreibung des Geschäftsmodells, Analyse des Zielmarkts und der Konkurrenz, Darstellung des Managementteams, detaillierte Finanzprognosen (Umsatz-, Kosten- und Gewinnprognose) sowie Break-Even-Analyse. Die Finanzprognosen werden meist für einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren aufgestellt.

Für Privatanleger ist der Business-Plan besonders wichtig bei der Bewertung von Startup-Investitionen oder beim Kauf von Unternehmensanteilen. Ein realistischer Plan mit konservativen Annahmen signalisiert seriöse Planung. Ein Plan, der unrealistische Wachstumsraten oder Marktanteile verspricht, deutet auf mangelnde Marktkenntnis oder Naivität hin.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Gründer plant ein Einzelhandelsgeschäft. Der Business-Plan könnte für Jahr 1 Umsatzprognosen von 200.000 Euro, Betriebskosten (Miete, Personal, Waren) von 160.000 Euro und damit einen Gewinn von 40.000 Euro vorsehen. In Jahr 2 wird mit Umsatzwachstum auf 280.000 Euro und Kosteneinsparungen durch Skaleneffekte ein Gewinn von 70.000 Euro prognostiziert. Ein Investor kann dann prüfen, ob diese Annahmen plausibel sind.

Der Business-Plan unterscheidet sich vom Businessmodell, das die grundsätzliche Art beschreibt, wie ein Unternehmen Wert schafft und verdient, während der Plan die konkrete operative und finanzielle Umsetzung detailliert. Eng verwandt sind auch die Finanzprognose als Kernstück des Plans sowie die Due Diligence, die externe Prüfer durchführen, um die Aussagen des Plans zu validieren. Beim Börsengang spielt der Business-Plan eine Rolle in der Prospektprüfung, da die Wertpapieraufsicht verlangt, dass Wachstumsprognosen nachvollziehbar begründet sind.