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Börsenlexikon

Eigenkapital ist der Anteil des Vermögens eines Unternehmens, der nach Abzug aller Schulden den Eigentümern gehört.

Das Eigenkapital ergibt sich aus der Bilanzgleichung: Vermögen minus Schulden gleich Eigenkapital. Es repräsentiert den wirtschaftlichen Wert, der tatsächlich den Aktionären oder Gesellschaftern gehört. Bei einer Aktiengesellschaft setzt sich das Eigenkapital zusammen aus dem eingezahlten Kapital der Aktionäre, einbehaltenen Gewinnen (Gewinnrücklagen) und sonstigen Eigenkapitalbestandteilen.

Für Privatanleger ist das Eigenkapital eines Unternehmens ein wichtiger Indikator für Stabilität und Bonität. Ein hohes Eigenkapital bedeutet, dass das Unternehmen weniger abhängig von Krediten ist und besser in der Lage, finanzielle Krisen zu bewältigen. Umgekehrt deutet niedriges Eigenkapital darauf hin, dass das Unternehmen stark verschuldet ist und ein höheres Risiko für Anleger darstellt.

Die Eigenkapitalquote – das Verhältnis von Eigenkapital zum Gesamtvermögen – wird häufig zur Beurteilung der Finanzstabilität herangezogen. Ein Unternehmen mit einem Gesamtvermögen von 100 Millionen Euro und Schulden von 40 Millionen Euro verfügt über ein Eigenkapital von 60 Millionen Euro und eine Eigenkapitalquote von 60 Prozent.

Anleger können die Eigenkapitalrentabilität (Return on Equity, ROE) berechnen, indem sie den Jahresgewinn durch das Eigenkapital teilen. Diese Kennzahl zeigt, wie effizient ein Unternehmen sein Eigenkapital nutzt, um Gewinne zu erwirtschaften. Sie ermöglicht Vergleiche zwischen Unternehmen und Branchen.

Das Eigenkapital ist auch für die Bewertung von Aktien relevant. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) – welches den Aktienkurs zum Eigenkapital pro Aktie ins Verhältnis setzt – helfen Anlegern zu beurteilen, ob eine Aktie fair bewertet ist.

Bei Liquidation oder Insolvenz eines Unternehmens werden Gläubiger und Anleihegläubiger zuerst bedient. Aktionäre erhalten ihren Anteil am Eigenkapital erst, wenn alle Schulden beglichen sind. Dies macht Aktien riskanter als Anleihen, aber auch mit höherem Gewinnpotenzial verbunden.

Die Bilanz eines Unternehmens offenbart das Eigenkapital und ermöglicht damit eine fundierte Risikoeinschätzung für potenzielle Investoren.