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Börsenlexikon

Der HDAX ist ein Aktienindex der Deutschen Börse, der die Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX – zusammen rund 100 Werte – abbildet, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind.

Der HDAX erweitert das Konzept des DAX, der die 40 größten Unternehmen umfasst. Während der DAX nur die Blue-Chip-Werte mit der höchsten Marktkapitalisierung und Handelsaktivität enthält, bezieht der HDAX zusätzlich rund 60 weitere Unternehmen ein. Damit bildet der Index ein breiteres Spektrum des deutschen Aktienmarktes ab und erfasst auch etablierte Mittelständler und größere Nebenwerte.

Die Zusammensetzung des HDAX wird regelmäßig überprüft. Unternehmen müssen bestimmte Kriterien erfüllen, um aufgenommen zu werden: Sie benötigen eine ausreichend hohe Marktkapitalisierung, ein angemessenes Handelsvolumen und müssen den regulatorischen Anforderungen der Börse genügen. Diese Anforderungen stellen sicher, dass nur Titel mit stabiler Liquidität und Transparenz im Index vertreten sind.

Für Privatanleger bietet der HDAX mehrere Anwendungsmöglichkeiten. Erstens dient er als Benchmark für breit gestreute Portfolios, die nicht nur auf die größten Konzerne setzen, sondern auch von Wachstum im Mittelstand profitieren möchten. Zweitens können Anleger über börsengehandelte Fonds (ETFs) oder Indexfonds direkt in den HDAX investieren, ohne einzelne Aktien auswählen zu müssen. Drittens nutzen professionelle Anleger den Index als Grundlage für derivative Produkte wie Optionen oder Futures.

Ein einfaches Beispiel zur Funktionsweise: Wenn der HDAX aus rund 100 Unternehmen besteht und ein Anleger einen HDAX-ETF mit 10.000 Euro kauft, erhält er einen proportionalen Anteil an allen Indexmitgliedern. Steigt die durchschnittliche Marktkapitalisierung dieser Unternehmen um 5 Prozent, steigt auch der Indexwert um etwa 5 Prozent – und damit der Wert des ETFs.

Der HDAX wird nach dem Streubesitz-Marktkapitalisierungsprinzip berechnet, das heißt, größere Unternehmen haben einen stärkeren Einfluss auf die Indexentwicklung als kleinere. Dies unterscheidet ihn von gleichgewichteten Indizes, bei denen alle Titel den gleichen Einfluss hätten.

Verwandte Indizes sind der DAX als engere Auswahl der Top-40-Unternehmen, der MDAX, der speziell Midcap-Werte zwischen DAX und kleineren Titeln abbildet, sowie der TecDAX, der Technologieunternehmen konzentriert. Der CDAX schließlich umfasst alle an der Frankfurter Börse notierten deutschen Aktien und stellt damit die breiteste Abbildung des deutschen Aktienmarktes dar.