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Börsenlexikon

Handelszeiten sind die Zeiträume, während derer Privatanleger und professionelle Marktteilnehmer an einer Börse Wertpapiere kaufen und verkaufen können.

Die Handelszeiten unterscheiden sich je nach Börsenplatz und Wertpapierart erheblich. An der Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra) läuft der Aktienhandel beispielsweise von 9:00 bis 17:30 Uhr MEZ. Davor gibt es eine Vorhandelssession, in der bereits Kursnotierungen erfolgen, aber noch keine Aufträge ausgeführt werden. Nach 17:30 Uhr ist der reguläre Handel beendet, wobei es für einzelne Wertpapiere noch Nachhandelsmöglichkeiten gibt.

An internationalen Börsen gelten andere Zeiten. Die New York Stock Exchange (NYSE) handelt beispielsweise von 15:30 bis 22:00 Uhr MEZ (während der Sommerzeit). Die Tokioter Börse öffnet morgens MEZ-Zeit. Dies ermöglicht es Anlegern, auch außerhalb der europäischen Handelszeiten weltweit in Wertpapiere zu investieren, allerdings oft mit größeren Geld-Brief-Spannen und geringeren Handelsvolumina.

Für Privatanleger ist das Wissen um Handelszeiten aus mehreren Gründen wichtig. Erstens können Aufträge nur während dieser Zeiten ausgeführt werden. Ein Kaufauftrag, der um 19:00 Uhr erteilt wird, kann nicht sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt werden. Zweitens entstehen außerhalb der Handelszeiten sogenannte Kurs-Gaps, wenn zwischen dem Schlusskurs am Vortag und dem Eröffnungskurs am nächsten Handelstag erhebliche Kursbewegungen stattfinden – etwa durch Nachrichten über Nacht. Diese Lücken können Gewinne oder Verluste vergrößern. Drittens ist die Liquidität während der Handelszeiten deutlich höher als davor oder danach. Das bedeutet, dass Aufträge schneller und zu besseren Preisen ausgeführt werden.

Wer beispielsweise eine Aktie um 8:00 Uhr morgens kaufen möchte, muss entweder warten, bis der reguläre Handel beginnt, oder einen Auftrag im Vorhandel platzieren – dort sind Kurse aber oft weniger zuverlässig. Ein Anleger, der Positionen halten möchte, sollte daher bedenken, dass Kursbewegungen nach Handelsschluss (etwa bei Unternehmensmeldungen am Abend) erst bei Handelseröffnung vollständig im Kurs abgebildet werden.

Verwandte Begriffe sind der Geld-Brief-Spread, der die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs angibt und außerhalb der Handelszeiten größer ausfällt, die Liquidität, die während der Handelszeiten höher ist, und die Volatilität, die in den ersten und letzten Handelsstunden oft ansteigt.