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Börsenlexikon

Hausse ist eine Phase anhaltend steigender Kurse an der Börse, in der die Nachfrage nach Wertpapieren das Angebot überwiegt und Anleger optimistisch in den Markt investieren.

Eine Hausse entsteht, wenn sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessern, Unternehmensgewinne wachsen oder Anleger generell vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Während einer Hausse steigen nicht nur einzelne Aktien, sondern üblicherweise breite Marktindizes über Wochen, Monate oder sogar Jahre hinweg. Die Kurssteigerungen werden durch vermehrte Käufe getrieben: Anleger, die von weiteren Gewinnen ausgehen, kaufen Wertpapiere, was die Kurse zusätzlich nach oben treibt. Dieser selbstverstärkende Effekt kann mehrere Jahre anhalten.

Für Privatanleger ist eine Hausse relevant, weil sie in dieser Phase typischerweise Vermögen aufbauen können. Ein Anleger, der regelmäßig in einen breit gestreuten Aktienindex investiert, profitiert von den steigenden Kursen. Allerdings sollten Anleger beachten, dass Haussephasen nicht unbegrenzt andauern – früher oder später folgt eine Korrektur oder sogar ein Bärenmarkt mit fallenden Kursen.

Ein vereinfachtes Beispiel: Ein Anleger kauft Anteile an einem Fonds, der den Gesamtmarkt abbildet, zu einem Wert von 10.000 Euro. Über die nächsten zwei Jahre hinweg steigen die Kurse kontinuierlich um durchschnittlich 8 Prozent pro Jahr. Nach dem ersten Jahr ist der Fonds 10.800 Euro wert, nach dem zweiten Jahr etwa 11.664 Euro. Der Anleger hat von der Hausse profitiert, ohne aktiv einzelne Wertpapiere auswählen zu müssen.

Wichtig ist, dass eine Hausse nicht gleichbedeutend mit garantierten Gewinnen ist. Auch während Haussephasen gibt es kurzfristige Rückgänge, und einzelne Wertpapiere können gegen den Trend fallen. Zudem können Anleger, die zu spät in eine Hausse einsteigen, kurz vor einer Kursumkehr kaufen und Verluste erleiden.

Der Begriff Hausse wird häufig im Gegensatz zu einer Baisse verwendet, die eine Phase fallender Kurse beschreibt. Verwandte Konzepte sind der Bullenmarkt, ein anderer Name für Haussephasen mit positiver Grundstimmung, sowie die Marktvolatilität, die das Ausmaß der Kursschwankungen während einer Hausse beschreibt. Auch der Trend ist eng verbunden, da eine Hausse per Definition einen langfristigen Aufwärtstrend darstellt.