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Börsenlexikon

Ein Hedge ist eine Absicherungsposition, die das Risiko einer bestehenden oder geplanten Investition durch ein Gegengeschäft mindert oder neutralisiert.

Das Grundprinzip besteht darin, zwei Positionen aufzubauen, die sich teilweise oder vollständig ausgleichen. Wenn eine Position bei fallenden Kursen Verluste erleidet, gewinnt die Gegenposition an Wert — und umgekehrt. Ziel ist nicht die Gewinnmaximierung, sondern die Begrenzung von Verlusten. Privatanleger nutzen Hedges, um ihre Vermögenswerte gegen unerwartete Marktbewegungen zu schützen.

Ein konkretes Beispiel: Ein Anleger hält 100 Aktien eines Unternehmens im Wert von je 50 Euro (Gesamtposition: 5.000 Euro). Er befürchtet einen Kursrückgang in den nächsten 3 Monaten, möchte die Aktien aber langfristig behalten. Der Anleger kauft eine Verkaufsoption (Put-Option) mit einem Ausübungspreis von 48 Euro. Kostet die Option 2 Euro pro Aktie (200 Euro Gesamtkosten), ist sein Kapital ab diesem Punkt geschützt: Fällt der Kurs auf 40 Euro, kann er die Aktien zum vereinbarten Preis von 48 Euro verkaufen und begrenzt seinen Schaden. Ohne die Option hätte er 1.000 Euro Verlust (von 50 auf 40 Euro). Mit der Option beträgt sein Gesamtverlust 200 Euro (Optionsprämie) plus 200 Euro (Differenz von 50 zu 48 Euro) = 400 Euro.

Hedges kosten Geld — entweder als direkte Gebühren oder als verlorene Gewinne. Im obigen Beispiel zahlte der Anleger 200 Euro Prämie. Steigt der Kurs auf 60 Euro, hätte er ohne Hedge 1.000 Euro gewonnen; mit Hedge sind es nur 800 Euro, da die Optionsprämie den Gewinn schmälert. Hedges sind daher ein Versicherungsmechanismus: Sie schützen vor extremen Verlusten, kosten aber in stabilen oder steigenden Märkten Rendite.

Verwandte Konzepte sind die Diversifikation, die das Risiko durch Streuung auf mehrere Vermögenswerte reduziert, sowie Derivate wie Futures und Optionen, die typische Instrumente für Hedging-Strategien darstellen. Der Begriff Short-Selling — das Verkaufen von Wertpapieren, die man nicht besitzt — ist ebenfalls eine Hedging-Technik, um von fallenden Kursen zu profitieren und dadurch Long-Positionen abzusichern.

Privatanleger sollten beachten, dass Hedging-Instrumente wie Optionen komplex sind und Risiken bergen. Eine vollständige Absicherung ist oft teuer und kann die Rendite erheblich drücken. Viele Anleger nutzen daher eher einfache Hedges wie Diversifikation oder Stop-Loss-Orders, statt auf derivative Instrumente zurückzugreifen.