Börsenlexikon
High-Yield-Anleihen sind Schuldverschreibungen von Emittenten mit niedriger Kreditwürdigkeit, die zur Kompensation des erhöhten Ausfallrisikos deutlich höhere Zinssätze bieten als Investment-Grade-Anleihen.
Funktionsweise und Risikomerkmal
Der Emittent einer High-Yield-Anleihe verfügt über ein Rating unterhalb der Kategorie „Investment Grade", typischerweise in den Stufen BB oder darunter. Dies bedeutet, dass die Ratingagentur das Risiko einer Zahlungsunfähigkeit als merklich erhöht einschätzt. Der Emittent kompensiert dieses Risiko durch einen höheren Zinscoupon als bei bonitätsstärkeren Schuldnern üblich. Ein Investor, der eine High-Yield-Anleihe kauft, erhält also eine höhere laufende Verzinsung als bei einer vergleichbaren Anleihe eines Unternehmens mit besserer Kreditwürdigkeit – trägt dafür aber das Risiko, dass der Schuldner die Zahlungen nicht erfüllen kann.
Praktisches Beispiel
Ein Unternehmen mit schwächerer Bonität begibt eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 Euro und einer Laufzeit von fünf Jahren. Der Kupon beträgt 8 Prozent pro Jahr. Der Investor erhält somit jährlich 80 Euro Zinsen. Ein vergleichbares Unternehmen mit Investment-Grade-Rating würde für die gleiche Laufzeit möglicherweise nur 3 Prozent bieten, was 30 Euro jährlich entspricht. Die zusätzliche Rendite von 5 Prozentpunkten ist die Risikoprämie. Sollte das Unternehmen während der Laufzeit zahlungsunfähig werden, kann der Investor seinen Kapitaleinsatz teilweise oder vollständig verlieren.
Bedeutung für Privatanleger
High-Yield-Anleihen sind für Privatanleger relevant, die eine höhere Rendite anstreben und bereit sind, ein erhöhtes Kreditrisiko zu akzeptieren. Sie eignen sich eher für erfahrene Anleger, da die Analyse der Bonität des Emittenten Fachwissen erfordert. Oft werden High-Yield-Anleihen über spezialisierte Fonds erworben, die das Risiko durch Diversifikation verteilen. Die Steuerbehandlung von Zinserträgen folgt den allgemeinen Regeln für Kapitalerträge.
Verwandte Konzepte sind das Kreditrisiko, das die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls misst, das Rating, das die Bonität klassifiziert, und der Spread, der die Renditedifferenz zu risikofreien Anleihen angibt. Auch der Begriff Junk Bond wird für besonders risikoreiche Schuldpapiere verwendet.

