Menü
Das neue sharewise ist da Übersichtlicher, schneller, mit heller und dunkler Ansicht — und allem, was du kennst. Jetzt ausprobieren
Microsoft selbst warnt vor der Verwendung von Internet Explorer, da er nicht mehr den neuesten Web- und Sicherheitsstandards entspricht. Wir können daher nicht garantieren, dass die Seite im Internet Explorer in vollem Umfang funktioniert. Nutze bitte Chrome oder Firefox.

Börsenlexikon

Neue Aktien sind Aktienanteile, die ein börsennotiertes Unternehmen erstmals ausgibt oder zusätzlich zu bereits bestehenden Aktien in den Markt bringt, um Kapital zu beschaffen oder bestehende Anteilseigner zu verwässern.

Neue Aktien entstehen typischerweise in zwei Situationen: Bei einer Kapitalerhöhung beschließt das Unternehmen, seine Eigenkapitalbasis zu vergrößern und gibt neue Anteile aus. Das frische Kapital fließt direkt in die Unternehmenskasse und kann für Investitionen, Schuldentilgung oder Übernahmen verwendet werden. Bei einer Aktiensplit oder Stockdividende werden ebenfalls neue Aktien geschaffen, allerdings ohne dass Kapital in das Unternehmen fließt – hier werden bestehende Anteile rechnerisch aufgeteilt oder als Gewinnbeteiligung ausgeschüttet.

Für Bestandsanleger ist eine Kapitalerhöhung relevant, weil sie ihren Anteil am Unternehmen verwässert. Besitzt ein Investor beispielsweise 1 Prozent der Aktien eines Unternehmens und dieses gibt neue Aktien aus, die die Gesamtanzahl verdoppeln, sinkt der Anteil des Investors auf 0,5 Prozent – sofern er nicht an der Kapitalerhöhung teilnimmt. Allerdings wird der Aktienkurs in der Regel entsprechend angepasst, um diese Verwässerung widerzuspiegeln.

Bestehende Aktionäre erhalten häufig ein Bezugsrecht: Sie dürfen neue Aktien zu einem festgelegten Preis (meist unter dem aktuellen Marktpreis) kaufen, bevor diese der Öffentlichkeit angeboten werden. Dieses Recht hat einen wirtschaftlichen Wert und kann an der Börse gehandelt werden. Ein Investor, der sein Bezugsrecht nicht nutzen möchte, kann es verkaufen und erhält eine Kompensation für die drohende Verwässerung.

Der Ausgabepreis neuer Aktien wird vom Unternehmen und seinen Beratern festgelegt, oft mit einem Abschlag zum aktuellen Kurs, um die Platzierung attraktiv zu gestalten. Bei einem Börsengang (IPO) ist die Preisfindung besonders wichtig, da hier erstmals Aktien öffentlich angeboten werden.

Privatanleger sollten Kapitalerhöhungen beobachten, da sie Signale über die Geschäftsstrategie und finanzielle Situation eines Unternehmens geben. Eine häufige Verwässerung durch neue Aktien kann langfristig die Gewinnbeteiligung je Aktie (Earnings per Share) drücken. Andererseits kann frisches Kapital zu Wachstum führen, das den Verwässerungseffekt überkompensiert.

Eng verwandte Begriffe sind das Bezugsrecht, das Bestandsaktionäre schützt, die Kapitalerhöhung als formales Verfahren, die Verwässerung als mathematischer Effekt auf den Eigentumsanteil und der Börsengang, bei dem ein Unternehmen erstmals Aktien öffentlich anbietet.