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Börsenlexikon

Eine Option ist ein Finanzkontrakt, der dem Käufer das Recht (aber nicht die Pflicht) einräumt, einen zugrunde liegenden Vermögenswert zu einem vereinbarten Preis innerhalb oder zu einem festgelegten Zeitpunkt zu kaufen oder zu verkaufen.

Es gibt zwei Grundtypen: Bei einer Kaufoption (Call) erwirbt der Käufer das Recht, den Basiswert zu kaufen. Bei einer Verkaufsoption (Put) erwirbt er das Recht, den Basiswert zu verkaufen. Der vereinbarte Preis heißt Ausübungspreis oder Strike-Preis. Der Verkäufer der Option (Stillhalter) erhält dafür eine Gebühr, die Optionsprämie.

Funktionsweise mit Beispiel:

Ein Privatanleger kauft eine Call-Option auf eine Aktie mit einem Ausübungspreis von 100 Euro und zahlt dafür eine Optionsprämie von 5 Euro. Der Basiswert ist die einzelne Aktie. Steigt die Aktie auf 120 Euro, kann der Anleger sein Recht ausüben, die Aktie für 100 Euro zu kaufen und sie am Markt für 120 Euro zu verkaufen – Gewinn von 20 Euro abzüglich der gezahlten Prämie von 5 Euro, also netto 15 Euro pro Aktie. Fällt die Aktie hingegen auf 80 Euro, lässt der Anleger sein Recht verfallen; sein Verlust begrenzt sich auf die gezahlte Prämie von 5 Euro.

Relevanz für Privatanleger:

Optionen dienen drei Hauptzielen: zur Spekulation auf Kursveränderungen (mit gehebelt eingesetztem Kapital), zur Absicherung bestehender Positionen (etwa durch den Kauf eines Puts zur Risikoabsicherung) und zur Ertragssteigerung von Bestandsportfolios. Der Hebel-Effekt macht Optionen attraktiv, führt aber auch zu überproportionalen Verlusten – der Anleger kann sein eingesetztes Kapital vollständig verlieren.

Optionen erfordern Grundkenntnisse über Laufzeiten, Volatilität und Zeitwertverfall. Je näher das Verfallsdatum rückt, desto schneller sinkt der Wert einer aus dem Geld befindlichen Option. Ferner unterscheidet man europäische Optionen (Ausübung nur am Verfallstag) von amerikanischen Optionen (Ausübung jederzeit bis zum Verfallstag).

Verwandte Konzepte sind Futures (verbindliche Terminkontrakte im Gegensatz zum Optionsrecht), Warrants (börsengehandelte Optionsscheine mit längeren Laufzeiten) und Derivate (Oberbegriff für alle Finanzinstrumente, deren Wert von einem Basiswert abhängt).