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Börsenlexikon

Eine Order ist der rechtsverbindliche Auftrag eines Anlegers an einen Broker oder eine Bank, ein Wertpapier zu einem bestimmten Preis und in einer bestimmten Menge zu kaufen oder zu verkaufen.

Die Order bildet die Schnittstelle zwischen dem Anleger und dem Handelssystem der Börse. Der Anleger erteilt den Auftrag, der Broker leitet ihn an die Börse oder einen Handelsplatz weiter, wo er mit Angeboten anderer Marktteilnehmer abgeglichen wird. Sobald Käufer und Verkäufer sich auf einen Preis einigen, wird die Order ausgeführt – das heißt, der Handel kommt zustande und die Wertpapiere wechseln den Besitzer.

Für Privatanleger sind verschiedene Order-Typen relevant. Die Limit-Order legt einen maximalen Kaufpreis oder minimalen Verkaufspreis fest. Ein Anleger könnte beispielsweise eine Aktie nur kaufen, wenn sie 45 Euro oder weniger kostet. Die Order wird nur ausgeführt, wenn dieser Preis erreicht wird – oder gar nicht, falls der Marktpreis nie so weit fällt. Die Market-Order hingegen wird sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt, ohne Preisbegrenzung. Sie garantiert Ausführung, aber nicht den genauen Preis.

Die Stop-Loss-Order dient der Risikobegrenzung: Sie wird automatisch zur Market-Order, sobald der Kurs einen definierten Schwellenwert unterschreitet. Besitzt ein Anleger eine Aktie zum Kaufpreis von 100 Euro und setzt eine Stop-Loss-Order bei 85 Euro, wird die Aktie verkauft, falls der Kurs auf 85 Euro fällt – um größere Verluste zu vermeiden.

Eine Order hat eine zeitliche Gültigkeit. Die Standard-Variante ist die Tagesorder, die nur während des aktuellen Handelstags gültig ist. Danach verfällt sie automatisch. Alternativ können Anleger eine Good-till-Cancelled-Order (GTC) erteilen, die so lange aktiv bleibt, bis sie manuell storniert oder ausgeführt wird – manchmal mit einer maximalen Gültigkeitsdauer von mehreren Wochen oder Monaten.

Die Kosten einer Order setzen sich aus Maklergebühren, börsenabhängigen Gebühren und möglicherweise Spreads zusammen. Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs – also zwischen dem Preis, zu dem der Markt kauft, und dem Preis, zu dem er verkauft.

Verwandte Konzepte sind das Orderbuch, in dem alle ausstehenden Kauf- und Verkaufsaufträge eines Wertpapiers gesammelt werden, die Ausführung, die Bestätigung, dass die Order tatsächlich durchgeführt wurde, und die Stornierung, mit der ein Anleger eine noch nicht ausgeführte Order rückgängig machen kann.