Börsenlexikon
Der Schweizer Fondsmarkt ist der Markt für Investmentfonds, die von Schweizer Fondsgesellschaften aufgelegt, verwaltet und vertrieben werden oder in der Schweiz zugelassen und handelbar sind.
Der Schweizer Fondsmarkt umfasst Fonds verschiedener Kategorien: Aktienfonds, die in Schweizer oder internationale Aktien investieren; Rentenfonds, die Anleihen halten; Mischfonds, die beide Anlageklassen kombinieren; sowie spezialisierte Fonds wie Immobilienfonds oder Rohstofffonds. Die Fonds werden von Schweizer Vermögensverwaltern wie UBS, Credit Suisse, Vontobel oder kleineren unabhängigen Gesellschaften verwaltet.
Für Privatanleger ist der Schweizer Fondsmarkt relevant, weil er Zugang zu professionell verwalteten Portfolios bietet. Anleger erwerben Fondsanteile, die den Wert des zugrunde liegenden Vermögens widerspiegeln. Ein Fonds mit einem Vermögen von 100 Millionen Franken und 10 Millionen ausgegebenen Anteilen hätte einen Nettoinventarwert (NIW) von 10 Franken pro Anteil. Steigt das Vermögen auf 110 Millionen Franken bei gleichbleibender Anteilzahl, liegt der NIW bei 11 Franken pro Anteil.
Die Schweiz verfügt über ein differenziertes regulatorisches System. Fonds werden durch die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) beaufsichtigt. Schweizer Fonds unterliegen dabei anderen Regeln als Fonds, die in der EU zugelassen sind (etwa nach der UCITS-Richtlinie). Dies kann Unterschiede in den Gebührenstrukturen, Anlagerichtlinien und Transparenzanforderungen zur Folge haben.
Für Schweizer Privatanleger ist der heimische Fondsmarkt oft attraktiv, weil die Fonds in Schweizer Franken denominiert sind und damit Währungsrisiken minimieren. Zudem besteht eine hohe Vertrautheit mit lokalen Vermögensverwaltern und ihren Produkten. Allerdings können Anleger auch auf internationale Fonds zugreifen, etwa auf UCITS-Fonds, die in Luxemburg oder Irland domiziliert sind.
Die Gebührenstruktur ist ein wesentlicher Kostenfaktor. Fonds erheben üblicherweise eine Verwaltungsgebühr (expressed als Prozentsatz des verwalteten Vermögens pro Jahr) sowie möglicherweise Ausgabeaufschläge und Rücknahmegebühren. Diese Kosten beeinflussen die Nettorendite erheblich.
Der Schweizer Fondsmarkt steht in Wechselwirkung mit dem breiteren Finanzmarkt. Verwandte Begriffe sind der Nettoinventarwert (NIW), der den Wert eines Fondsanteils bestimmt, die Fondsgebühren, die die Rendite reduzieren, und die Vermögensallokation, die beschreibt, wie ein Fonds sein Kapital auf verschiedene Anlageklassen verteilt.

