Börsenlexikon
Schweizer Rentenfonds sind Investmentfonds, die vorwiegend in Anleihen von Schweizer Emittenten oder in Schweizer Franken denominierte Schuldverschreibungen investieren.
Diese Fonds konzentrieren sich auf festverzinsliche Wertpapiere, die von der Schweizer Regierung, Schweizer Unternehmen oder Kantonen begeben wurden. Das Portfolio besteht typischerweise aus Obligationen unterschiedlicher Laufzeiten und Bonität. Der Fondsmanager wählt die einzelnen Positionen nach Kriterien wie Kreditqualität, Rendite und Laufzeitstruktur aus.
Für Privatanleger bieten Schweizer Rentenfonds mehrere Funktionen: Sie ermöglichen Zugang zu einem diversifizierten Anleihenportfolio ohne die Notwendigkeit, einzelne Obligationen selbst zu kaufen und zu verwalten. Gleichzeitig profitieren Anleger von der Währungsstabilität des Schweizer Frankens, falls sie in dieser Währung anlegen oder sich gegen Franken-Schwankungen absichern möchten. Der Fonds verwaltet zudem die Wiederanlage von Kuponzahlungen und Rückzahlungen automatisch.
Die Rendite eines Schweizer Rentenfonds setzt sich aus Kuponzinsen und Kursgewinnen oder -verlusten zusammen. Ein Beispiel: Ein Fonds mit 100 Millionen Euro Vermögen hält unter anderem eine Schweizer Staatsanleihe mit Nennwert 10 Millionen Franken und 2,5 Prozent Jahreskupon. Diese Anleihe bringt dem Fonds jährlich 250.000 Franken Zinserträge. Steigt der Kurs dieser Anleihe um 1 Prozent, gewinnt der Fonds zusätzlich etwa 100.000 Franken an Wertentwicklung. Diese Erträge und Gewinne werden durch die Fondsanteile an alle Anteilseigner verteilt.
Das Risiko solcher Fonds ist grundsätzlich moderat, da Schweizer Anleihen als sehr sicher gelten. Allerdings existieren Zinsänderungsrisiken: Steigen die Marktzinsen, fallen die Kurse bestehender Anleihen mit niedrigeren Kuponzahlungen. Auch Kreditrisiken – wenn ein Emittent zahlungsunfähig wird – spielen eine Rolle, besonders bei Unternehmensanleihen.
Verwandte Begriffe sind der Rentenfonds als Oberkategorie für alle Anleihe-Investmentfonds, die Duration als Maß für die Zinsempfindlichkeit eines Anleihenportfolios, und der Kupon als regelmäßige Zinszahlung einer Anleihe. Auch das Konzept des Kreditrisikos ist eng verbunden, da es die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Schuldners beschreibt.

