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Börsenlexikon

Settlement ist der Prozess der endgültigen Abrechnung und Erfüllung eines Wertpapiergeschäfts, bei dem Wertpapiere und Geld zwischen Käufer und Verkäufer ausgetauscht werden.

Nach dem Kauf oder Verkauf einer Aktie, Anleihe oder eines anderen Wertpapiers an der Börse findet nicht sofort die Übergabe statt. Stattdessen durchläuft das Geschäft mehrere Phasen: Zunächst wird der Handel abgeschlossen (Abschluss), dann folgt eine Abwicklungsphase, in der Clearing-Stellen und Depotbanken die Transaktion vorbereiten. Am Settlement-Tag schließlich werden die Wertpapiere ins Depot des Käufers übertragen und das Geld vom Konto des Käufers zum Konto des Verkäufers bewegt.

In Deutschland und den meisten europäischen Ländern erfolgt das Settlement standardmäßig zwei Geschäftstage nach dem Handelstag (T+2). Das bedeutet: Wer am Montag eine Aktie kauft, erhält sie am Mittwoch ins Depot und überweist das Geld am Mittwoch. Ausnahmen wie T+1 (ein Tag) oder sogar T+0 (am selben Tag) sind möglich, aber weniger verbreitet.

Für Privatanleger ist das Settlement relevant, weil damit die rechtliche Eigentumsübertragung verbunden ist. Solange das Settlement nicht abgeschlossen ist, gehört das Wertpapier dem Anleger rechtlich noch nicht, auch wenn der Kauf bereits bestätigt wurde. Das hat praktische Konsequenzen: Dividenden oder Stimmrechte entstehen erst nach erfolgreichem Settlement. Umgekehrt kann der Verkäufer vor Settlement noch nicht über den Kaufpreis verfügen.

Ein Beispiel verdeutlicht dies: Ein Anleger kauft am Montag 100 Aktien für je 50 Euro, insgesamt 5.000 Euro. Der Handel wird am Montag abgeschlossen, aber Settlement findet erst am Mittwoch statt. Erst am Mittwoch erscheinen die 100 Aktien im Depot des Käufers, und erst dann wird das Geld vom Konto abgebucht. Gibt es Probleme bei der Abwicklung, kann das Settlement verzögert werden.

Das Settlement-Verfahren wird durch Zentralverwahrer wie Clearstream oder Euroclear in Deutschland und Luxemburg organisiert. Sie sichern ab, dass beide Seiten ihre Verpflichtungen erfüllen.

Eng verwandte Begriffe sind das Clearing, das die Vorbereitung und Bestätigung des Geschäfts umfasst, die Abwicklungsfrist (die Zeit zwischen Handelstag und Settlement), die Valuta, also das Datum, an dem Geld und Wertpapiere tatsächlich den Besitzer wechseln, sowie die Depotbank, die das Wertpapier treuhänderisch verwahrt und den Settlement durchführt.