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Börsenlexikon

Sir John Templeton war ein US-amerikanischer Investor und Fondsmanager, der durch seine Strategie des Value Investing und seine Fokussierung auf internationale, unterbewertete Aktien bekannt wurde und als Pionier des globalen Investmentgedankens gilt.

John Templeton (1912–2008) entwickelte ein Anlageprinzip, das sich von der damals üblichen geografischen Beschränkung auf den heimischen Markt unterschied. Sein Kerngedanke war, dass Renditen dort entstehen, wo Anleger pessimistisch sind und Vermögenswerte daher unter ihrem inneren Wert gehandelt werden. Diese Contrarian-Strategie führte ihn dazu, systematisch in Märkte zu investieren, die andere Investoren mieden oder unterschätzten.

Templeton gründete 1954 seinen wegweisenden Templeton Growth Fund, der internationale Diversifikation in großem Maßstab praktizierte. Er suchte gezielt nach Situationen, in denen Marktteilnehmer überreagiert hatten – etwa nach Börsencrashes, Währungskrisen oder geopolitischen Schocks. Sein Ansatz beruhte auf gründlicher Fundamentalanalyse: Templeton und sein Team analysierten Bilanzen, Gewinnaussichten und Bewertungskennzahlen, um Unternehmen zu identifizieren, deren Aktienkurs deutlich unter dem geschätzten inneren Wert lag.

Ein charakteristisches Merkmal seiner Methode war die Geduld. Templeton kaufte nicht, um kurzfristig zu spekulieren, sondern hielt Positionen über Jahre, bis der Markt die wahre Qualität der Unternehmen erkannte und die Kurse stiegen. Er war bereit, in Krisenzeiten massiv zu investieren, wenn die Angst am Markt am größten war – eine Disziplin, die vielen Anlegern schwerfällt.

Für Privatanleger ist Templetons Vermächtnis relevant, weil sein Ansatz grundlegende Prinzipien des erfolgreichen Investierens vermittelt: die Bedeutung von Geduld, die Vorteile internationaler Streuung, der Nutzen von Contrarian-Denken und die Notwendigkeit, emotionale Reaktionen auf Marktbewegungen zu vermeiden. Seine Strategie steht in enger Verbindung zu verwandten Konzepten wie dem Value Investing, das sich auf unterbewertete Aktien konzentriert, der Contrarian-Strategie, die gegen Markttrends agiert, und der Fundamentalanalyse, die innere Unternehmenswerte ermittelt.

Templetons Erfolg zeigte, dass langfristige Renditen nicht durch Market Timing oder Spekulation entstehen, sondern durch systematische Suche nach Fehlbewertungen und geduldiges Halten bis zur Kurskorrektur.