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Börsenlexikon

Spekulation ist der Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzinstrumenten mit der Absicht, von kurzfristigen Kursschwankungen zu profitieren, anstatt langfristig Vermögen aufzubauen oder laufende Erträge zu erzielen.

Funktionsweise und Merkmale

Spekulanten setzen darauf, dass sie einen Wertpapier zu einem niedrigeren Kurs kaufen und zu einem höheren verkaufen können – oder umgekehrt bei Leerverkäufen von fallenden Kursen profitieren. Im Unterschied zu Investoren, die Aktien oder Anleihen über Jahre halten und dabei Dividenden oder Zinsen einstreichen, konzentriert sich Spekulation auf Kursdifferenzen innerhalb von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten.

Ein Privatanleger kauft beispielsweise 100 Aktien eines Unternehmens zu 50 Euro pro Aktie, investiert also 5.000 Euro. Steigt der Kurs innerhalb von zwei Wochen auf 55 Euro, verkauft der Spekulant die Position und realisiert einen Gewinn von 500 Euro (10 Prozent). Ein Investor hätte diese Aktien hingegen gekauft, um mehrere Jahre Dividenden zu erhalten und am langfristigen Wachstum teilzuhaben.

Risiken und Besonderheiten

Spekulation ist mit höheren Risiken verbunden als langfristige Geldanlage. Kurse können schnell und unerwartet fallen – im obigen Beispiel könnte der Kurs auch auf 45 Euro sinken, was einen Verlust von 500 Euro bedeutet. Spekulanten setzen oft Hebel ein, etwa durch Margin-Konten oder Derivate, um mit weniger Eigenkapital größere Positionen zu kontrollieren. Das verstärkt sowohl potenzielle Gewinne als auch Verluste erheblich.

Auch psychologische Faktoren spielen eine Rolle: Spekulanten müssen schnell entscheiden und können leicht von Emotionen wie Angst oder Gier geleitet werden, was zu Fehlentscheidungen führt.

Abgrenzung und verwandte Begriffe

Spekulation unterscheidet sich vom Investieren durch den Zeithorizont und die Ertragsorientierung. Sie steht dem Daytrading nahe, einer extremen Form mit Positionen, die innerhalb eines Tages eröffnet und geschlossen werden. Eng verwandt ist auch der Begriff der Volatilität, die Schwankungsintensität eines Kurses – Spekulanten suchen gezielt nach Märkten mit hoher Volatilität, um von großen Preisbewegungen zu profitieren. Der Leerverkauf ist eine spekulative Strategie, bei der Spekulanten auf fallende Kurse wetten.

Für Privatanleger ist es wichtig zu verstehen, dass Spekulation nicht dasselbe ist wie Geldanlage. Wer spekuliert, sollte nur Geld einsetzen, dessen Totalverlust er verkraften kann.