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Börsenlexikon

Der Spread ist die Differenz zwischen dem Ankaufspreis (Geldkurs) und dem Verkaufspreis (Briefkurs) eines Wertpapiers an der Börse.

An der Börse notieren Wertpapiere immer mit zwei Preisen gleichzeitig. Der Geldkurs ist der Preis, zu dem ein Käufer bereit ist, das Wertpapier zu kaufen. Der Briefkurs ist der Preis, zu dem ein Verkäufer bereit ist, es herzugeben. Der Spread ist die Spanne zwischen diesen beiden Preisen und stellt die Gewinnmarge des Maklers oder Market Makers dar, der den Handel ermöglicht.

Rechenbeispiel: Eine Aktie notiert mit einem Geldkurs von 99,80 Euro und einem Briefkurs von 100,20 Euro. Der Spread beträgt 0,40 Euro pro Aktie. Kauft ein Privatanleger 100 Aktien zum Briefkurs, zahlt er 10.020 Euro. Verkauft er diese unmittelbar danach zum Geldkurs, erhält er nur 9.980 Euro zurück – ein Verlust von 40 Euro, obwohl sich der Marktpreis nicht bewegt hat. Dieser Verlust ist der Spread.

Die Höhe des Spreads hängt von mehreren Faktoren ab. Bei häufig gehandelten Wertpapieren wie großen Aktienindizes oder etablierten Staatsanleihen ist der Spread eng, oft nur wenige Cent pro Papier. Bei illiquiden Wertpapieren, die selten gehandelt werden, kann der Spread deutlich größer ausfallen, manchmal mehrere Prozent des Kurses. Auch die Marktvolatilität beeinflusst den Spread: In ruhigen Marktphasen ist er typischerweise enger als in turbulenten Zeiten.

Für Privatanleger ist der Spread eine versteckte Handelsgebühr. Während Makler und Banken oft Provisionen oder Gebühren transparent ausweisen, fließt der Spread unmittelbar in den Kurs ein. Bei Wertpapieren mit großem Spread entstehen Kosten, auch wenn formal keine Gebühren anfallen. Häufige Käufe und Verkäufe verstärken diese Kostenbelastung.

Der Spread ist eng verwandt mit der Liquidität eines Wertpapiers – je leichter ein Papier handelbar ist, desto enger der Spread. Auch die Geldkurs-Brief-Spanne und das Konzept der Markttiefe (die Menge an Kauf- und Verkaufsaufträgen in verschiedenen Preisabständen) beeinflussen, wie schnell und zu welchen Bedingungen ein Anleger kaufen oder verkaufen kann.