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Börsenlexikon

Ein Start-Up-Unternehmen ist ein junges, neu gegründetes Unternehmen, das ein innovatives Geschäftsmodell oder Produkt mit hohem Wachstumspotenzial entwickelt und am Markt etablieren möchte.

Start-Up-Unternehmen entstehen typischerweise in technologieintensiven Branchen wie Software, Biotechnologie, E-Commerce oder Fintech. Sie zeichnen sich durch ein hohes Risiko und gleichzeitig durch die Aussicht auf überproportionales Wachstum aus. Die Gründer verfügen oft über begrenzte finanzielle Mittel und sind daher auf externe Kapitalquellen angewiesen.

Die Finanzierungsphasen verlaufen in der Regel nach einem etablierten Schema: In der frühen Phase erhalten Start-Ups Kapital von Business Angels oder aus Venture-Capital-Fonds. Diese Investoren stellen nicht nur Geld zur Verfügung, sondern bringen häufig auch Fachkompetenz und Kontakte ein. Mit wachsendem Erfolg können weitere Finanzierungsrunden folgen, etwa Series A, Series B oder Series C. Ziel ist es, das Unternehmen entweder profitabel zu machen oder es reif für einen Börsengang (Initial Public Offering, IPO) zu entwickeln, um sich von Investoren zu trennen oder weiteres Kapital einzusammeln.

Für Privatanleger sind Start-Ups mit erheblichen Risiken verbunden. Viele Start-Ups scheitern in ihren ersten Jahren, da das Geschäftsmodell nicht funktioniert, die Marktakzeptanz ausbleibt oder das Management nicht erfolgreich ist. Gleichzeitig können erfolgreiche Start-Ups ihre Anleger mit enormen Renditen belohnen. Ein Investor, der beispielsweise 10.000 Euro in ein Start-Up investiert, das später mit einer Bewertung von 100 Millionen Euro die Börse erreicht, kann sein Kapital vervielfachen – vorausgesetzt, sein Anteil wird entsprechend verwässert durch spätere Finanzierungsrunden.

Der Zugang für Privatanleger zu Start-Ups erfolgt über verschiedene Kanäle: Crowdinvesting-Plattformen ermöglichen kleinere Investitionen ab wenigen hundert Euro, während Beteiligungsgesellschaften oder spezialisierte Fonds Start-Up-Portfolios bündeln. Direkte Investitionen in einzelne Start-Ups sind meist institutionellen Investoren oder vermögenden Privatpersonen vorbehalten.

Verwandte Begriffe sind Venture Capital (spezialisierte Investitionen in wachstumsstarke, junge Unternehmen), Private Equity (Beteiligungskapital für nicht börsennotierte Firmen) und Crowdinvesting (Finanzierung durch viele kleine Anleger über digitale Plattformen).