Börsenlexikon
Ein Stop-Buy ist eine Kursorder, die automatisch ausgelöst wird, sobald ein Wertpapier einen vorab definierten Kurs nach oben durchbricht, und die dann zum Kauf führt.
Der Stop-Buy funktioniert nach dem Prinzip der Kursauslösung: Der Anleger hinterlegt bei seinem Broker eine Order mit einem festgelegten Auslösekurs (Stop-Preis). Notiert die Aktie, der Fonds oder ein anderes Wertpapier genau auf diesem Niveau oder darüber, wird die Order aktiviert und ein Kaufauftrag zum aktuellen oder zu einem vordefinierten Limit-Preis erteilt. Im Gegensatz zu einer Limit-Order, die sofort gültig ist, bleibt der Stop-Buy zunächst inaktiv und wartet auf die Preisbewegung.
Privatanleger nutzen Stop-Buy-Orders typischerweise in zwei Situationen: Erstens, um bei einem Ausbruch eines Wertpapiers über einen Widerstandsbereich automatisch einzusteigen – etwa wenn ein Anleger eine Aktie beobachtet, die bei 50 Euro stagniert, aber erst kaufen möchte, wenn sie das Niveau von 52 Euro überschreitet. Zweitens, um von technischen Kauf-Signalen zu profitieren, ohne ständig die Kurse überwachen zu müssen.
Rechenbeispiel: Ein Anleger interessiert sich für eine Aktie, die aktuell bei 48 Euro notiert. Er vermutet, dass ein Kursanstieg über 50 Euro ein Kaufsignal darstellt. Er erteilt einen Stop-Buy mit einem Auslösekurs von 50 Euro und einem Limit von maximal 50,50 Euro. Sobald die Aktie auf 50 Euro oder höher steigt, wird der Kaufauftrag aktiviert. Die Aktie wird dann zum nächsten verfügbaren Kurs gekauft – idealerweise zwischen 50 und 50,50 Euro. Notiert die Aktie dagegen weiterhin unter 50 Euro, bleibt die Order inaktiv und wird nicht ausgeführt.
Wichtig ist, dass Stop-Buy-Orders nach ihrer Auslösung wie reguläre Kaufaufträge behandelt werden und nicht garantieren, dass die gewünschte Menge zum exakten Preis gekauft wird. Bei großen Kurslücken oder geringen Handelsvolumina kann die Ausführung deutlich über dem Stop-Preis erfolgen.
Stop-Buy-Orders unterscheiden sich grundlegend von Stop-Loss-Orders, die Verluste begrenzen sollen, indem sie beim Unterschreiten eines Kurses automatisch verkaufen. Ähnlich wie Stop-Buys funktionieren auch Trailing-Stops, die sich dynamisch an Kursbewegungen anpassen, sowie Limit-Orders, bei denen der Anleger einen Höchst- oder Mindestpreis vordefiniert, ohne auf eine Kursauslösung zu warten.

