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Börsenlexikon

Ein Stop-Loss ist ein erteilter Auftrag an einen Broker oder eine Bank, eine Position automatisch zu verkaufen, sobald der Kurs des Wertpapiers auf ein vorher festgelegtes Niveau fällt.

Der Anleger bestimmt beim Kauf oder später jederzeit eine Preisschwelle – die Stop-Loss-Schwelle. Erreicht oder unterschreitet der Kurs diese Marke, wird der Verkaufsauftrag automatisch ausgelöst und die Position geschlossen. Das Ziel ist, Verluste zu begrenzen und zu verhindern, dass ein Kurs ins Bodenlose fällt, während der Anleger untätig bleibt.

Funktionsweise mit Beispiel

Ein Privatanleger kauft 100 Aktien zu 50 Euro je Stück für insgesamt 5.000 Euro. Um sein Risiko zu kontrollieren, erteilt er einen Stop-Loss-Auftrag bei 45 Euro. Fällt die Aktie auf 45 Euro oder darunter, verkauft der Broker automatisch alle 100 Anteile. Der maximale Verlust ist dann auf 500 Euro begrenzt (5 Euro Kursverlust × 100 Aktien). Ohne Stop-Loss hätte der Kurs auch auf 30 Euro oder 10 Euro fallen können, mit entsprechend höheren Verlusten.

Praktische Relevanz

Der Stop-Loss ist ein Risikomanagement-Instrument für Privatanleger, die nicht ständig ihre Positionen überwachen können oder wollen. Er hilft, emotionale Entscheidungen zu vermeiden – etwa das Festhalten an fallenden Positionen in der Hoffnung auf eine Erholung. Gleichzeitig schützt er das Kapital vor katastrophalen Verlusten bei unerwarteten Marktbewegungen oder Unternehmenskrisen.

Allerdings hat der Stop-Loss auch Grenzen. In stark volatilen Märkten oder bei Kurssprüngen kann die Position zu einem ungünstigeren Preis als der Stop-Loss-Kurs verkauft werden – ein Phänomen, das besonders bei illiquiden Wertpapieren auftritt. Zudem kann ein zu eng gesetzter Stop-Loss dazu führen, dass der Anleger bei normalen Kursschwankungen automatisch ausgestoppt wird und damit Gewinne verschenkt.

Verwandte Konzepte

Eng verwandt mit dem Stop-Loss ist der Take-Profit-Auftrag, der eine Position automatisch verkauft, wenn ein bestimmtes Gewinnziel erreicht wird. Auch das Trailing-Stop-Konzept arbeitet ähnlich, passt die Stop-Loss-Schwelle aber automatisch an, wenn der Kurs steigt – der Anleger sichert damit Gewinne, während er weiterhin von Kurssteigerungen profitiert. Im Gegensatz dazu steht die Buy-Stop-Order, die einen Kaufauftrag erst auslöst, wenn ein Kurs eine bestimmte Höhe überschreitet.