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Börsenlexikon

Technische Analyse ist eine Methode zur Prognose von Kursbewegungen, die historische Kurse, Handelsvolumina und daraus abgeleitete Indikatoren auswertet, um Kauf- und Verkaufssignale zu identifizieren.

Die technische Analyse basiert auf der Annahme, dass sich Kursbewegungen in Mustern wiederholen und dass vergangene Preisdaten Rückschlüsse auf zukünftige Entwicklungen ermöglichen. Analysten untersuchen dabei Chartmuster, Unterstützungs- und Widerstandsniveaus sowie mathematische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte oder Oszillatoren.

Ein zentrales Konzept ist die Identifikation von Trends. Steigt ein Aktienkurs über mehrere Wochen von 50 Euro auf 65 Euro, erkennt ein technischer Analyst einen Aufwärtstrend. Er sucht dann nach Niveaus, auf die der Kurs voraussichtlich zurückfällt, ohne den Trend zu brechen – etwa bei 60 Euro. Unterschreitet der Kurs dieses Unterstützungsniveau, kann dies ein Verkaufssignal sein.

Für die praktische Anwendung nutzen Anleger Indikatoren. Der gleitende Durchschnitt etwa berechnet den Durchschnittskurs der letzten 20, 50 oder 200 Handelstage. Liegt der aktuelle Kurs über dem 200-Tage-Durchschnitt, interpretieren Techniker dies oft als Zeichen der Stärke. Der Relative Strength Index (RSI) misst die Geschwindigkeit von Kursbewegungen auf einer Skala von 0 bis 100; Werte über 70 deuten auf Überkauftheit hin, Werte unter 30 auf Überverkauftheit.

Für Privatanleger ist die technische Analyse relevant, weil sie eine systematische Methode bietet, Einstiegs- und Ausstiegspunkte zu definieren. Sie ermöglicht es, emotionale Entscheidungen durch regelbasierte Signale zu ersetzen. Allerdings ist sie kein zuverlässiges Prognoseverfahren: Chartmuster können fehlschlagen, und historische Muster garantieren keine zukünftigen Ergebnisse.

Die technische Analyse unterscheidet sich grundlegend von der Fundamentalanalyse, die Bilanzen, Gewinne und Geschäftsmodelle untersucht. Während Fundamentalisten fragen „Ist dieses Unternehmen wertvoll?", fragen Techniker „Wohin bewegt sich dieser Kurs?". Viele professionelle Anleger kombinieren beide Ansätze. Verwandte Konzepte sind die Chartanalyse, die Muster in Kursgrafiken deutet, und das Momentum-Investing, das auf Fortsetzung von Kurstrends setzt. Auch die Volumenanalyse, die das Handelsvolumen als Bestätigungssignal nutzt, ist eng mit der technischen Analyse verbunden.

Privatanleger sollten die technische Analyse als eines von mehreren Werkzeugen verstehen, nicht als sichere Vorhersagemethode. Ihre Aussagekraft hängt stark vom Zeithorizont, der Marktlage und der Disziplin bei der Umsetzung ab.