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Börsenlexikon

Eine technische Korrektur ist eine kurzfristige Rückwärtsbewegung eines Wertpapierkurses oder eines Marktindex um typischerweise 5 bis 10 Prozent von seinem letzten Höchststand, die durch Gewinnmitnahmen oder vorübergehende Verkaufsdruck entsteht, ohne die übergeordnete Aufwärtsbewegung zu unterbrechen.

Die technische Korrektur unterscheidet sich vom Bärenmärkt oder Crash durch ihre Größenordnung und ihre Funktion innerhalb eines Trends. Während ein Crash einen plötzlichen, dramatischen Kursverfall darstellt, ist eine Korrektur eine geplante oder psychologisch motivierte Gegenbewegung, die Übertreibungen eines Aufwärtstrends abbauen soll. Sie tritt häufig auf, wenn Anleger nach starken Kursgewinnen ihre Positionen teilweise verkaufen, um Gewinne zu realisieren oder Risiken zu reduzieren.

Für Privatanleger ist das Verständnis von technischen Korrektionen wichtig, weil sie damit rechnen müssen, dass Kurse nicht linear steigen. Ein Anleger, der in einen breit gestreuten Aktienfonds 10.000 Euro anlegt und dieser fällt innerhalb weniger Wochen um 7 Prozent auf 9.300 Euro, erleidet einen Papierverlust von 700 Euro. Ob dies eine technische Korrektur oder der Beginn eines längerfristigen Rückgangs ist, lässt sich in der Situation oft nicht mit Sicherheit feststellen. Viele erfahrene Anleger nutzen Korrektionen jedoch als Kaufgelegenheit, wenn sie von den fundamentalen Aussichten der Anlage überzeugt sind.

Die Vorhersage von Korrektionen ist praktisch unmöglich. Technische Analysten versuchen, durch Chartmuster und Indikatoren Hinweise auf Korrekturphasen zu erkennen, doch diese Methoden sind nicht zuverlässig. Stattdessen sollten Privatanleger Korrektionen als normalen Bestandteil von Marktbewegungen akzeptieren und ihre Anlagestrategie nicht aufgrund kurzfristiger Schwankungen ändern.

Eng verwandte Begriffe sind die Konsolidierung, eine Phase, in der Kurse seitwärts bewegen, um Käufer und Verkäufer ins Gleichgewicht zu bringen, sowie der Pullback, eine kleinere Rückwärtsbewegung innerhalb eines Aufwärtstrends. Der Bärenmarkt hingegen bezeichnet einen länger anhaltenden Rückgang um 20 Prozent oder mehr. Auch die Marktvolatilität beschreibt die Schwankungsintensität von Kursen und ist oft während Korrekturphasen erhöht.